Caibidil a Trí: Das Verb (An Briathar)Das Verbalnomen (An tAinm Briathartha) | Gramadach na Gaeilge |
| Verbalnomen statt Infinitiv
Synonyme Bildung Genitiv Dativ Plural Kurz- und Langformen Verwendung |
Andererseits hat das irische Verbalnomen aber auch verbale Eigenschaften:
Verbalsubstantiv, Tätigkeitshauptwort, engl. verbal noun
Gelegentlich hier verwendete Abkürzung: VN
Verben der 1. Konjugation
Regelmäßige Bildung:
Verben der 2. Konjugation
Regelmäßige Bildung:
weitere typische ("unregelmäßige") Bildungen
Verbalnomen ohne zugehöriges Verb
Es gibt Verbalnomen ohne ein zugehöriges Verb, d.h. ohne andere Verbformen.
Verwendet werden diese Verbalnomen meist nur in der Verlaufsform. Weil sie stets einen progressiven Aspekt haben, werden andere Verbformen als das Verbalnomen nicht benötigt.
Manche gewöhnl. Substantive werden so glz. als Verbalnomen verwendet,
z.B.: obair = Arbeit; fearthainn = Regen, magadh = Spotten
Tá sé ag obair. = Er arbeitet. (häufiger als das echte VN oibriú zum Verb oibrigh - arbeiten)
Tá sé ag fearthainn. = Es regnet. (in Analogie zum echten VN báisteach zum Verb báistigh - regnen)
Tá sé do mo mhagadh. = Er verspottet mich. (ein Verb mag existiert nicht)
Zur Bildung anderer Verbalnomen wird die Endung -acht /-eacht verwendet.
Grundlage sind Substantive zur Bezeichnungen von Handelnden (meist Berufe), zu denen es kein eigtl. Verb gibt (Endungen -óireacht, -aireacht, -aíocht, etc.)
Auch aus manchen Diminutiven (in -ín) können Vebalnomen gebildet werden (-ínteacht, -íneacht) mit unterschiedl. Bedeutung, je nach Grundwort
z.B.: feirmeoir = Bauer; Tá sé ag feirmeoireacht. = Er ist als Bauer tätig. ("Ist er bei Bauer-sein")
siopadóir = Ladenbesitzer; Tá sé ag siopadóireacht. = Er geht einkaufen./ Er shoppt. ("Ist er bei Ladenbesitzer-sein")
Gaeilgeoir = Irischsprecher; Bíonn sé ag Gaeilgeoireacht ó dhubh go dubh. = Er spricht Irisch von früh bis spät. ("Ist er bei Irischsprecher-sein ...")
cabaire = Schwätzer; Tá siad ag cabaireacht. = Sie schwatzen. ("Sind sie bei Schwätzer-sein")
scéalaí = Geschichtenerzähler; Tá sé ag scéalaíocht. = Er erzählt Geschichten. ("Ist er bei Geschichtenerzähler-sein")
slám = Büschel, Handvoll, sláimín = kleine Menge; Tá sé ag sláimínteacht. = Er nimmt kleine Mengen (… statt ordentlich anzupacken).
croisín = "Kreuzchen", Gerät zum Ernten von Seetang; Bhí sé ag croisínteacht. = Er erntete Seetang (arbeitete mit einem croisín).
Obwohl Verbalnomen Substantive sind, verwenden sie als Genitiv oft eine anderere Verbform, nämlich das Verbaladjektiv [ 1 ].
Dies tritt insbesondere dann auf,
Genitive je nach Substantiv-Deklination, bilden Verbalnomen (außer jene auf -adh und langen Vokal), wenn sie:
Nach den meisten Präpositionen tritt der Dativ auf.
im Falle des Verbalnomens ist dies insbes. die Präposition ag, welche zur Bildung der Verlaufsform verwendet wird.
Bei der Mehrzahl der Verbalnomen ist die Dativform jedoch ohnehin gleich der Nominativform. Im Standard wird zudem bei allen Verbalnomen stets die Nominativform verwendet.
In den Dialekten (v.a. in Ulster) treten bei einigen aber Dativformen auf:
Dativformen können nur bei femininen Verbalnomen auftreten, die der 2. Deklination angehören und im Nominativ auf breiten Konsonant enden, speziell auf -ch. -ach/-each. Sie bilden den Dativ auf -aigh/-igh. (Der Genitiv endet auf -aí/-í < -aighe/-ighe)
Häufig sind es intransitive Verbalnomen, die (menschliche und tierische) Geräusche bezeichnen,
z.B.: seitreach = Wiehern, Dativ: seitrigh
Tá na capaill ag seitrigh. = Die Pferde wiehern.
géimneach = Blöken, Muhen u. ähnl. Tiergeräusche, Dativ: géimnigh
Tá na ba ag géimnigh. = Die Kühe muhen.
méileach = Blöken, Dativ méiligh
Bhí an chaora ag méiligh. = Das Schaf blökte.
sceamhlach = Jaulen, Dativ sceamhlaigh
Thosaigh an madadh beag ag sceamhlaigh. = Der kleine Hund begann zu jaulen.
amhastrach = Bellen, Dativ amhastraigh
Thosaigh sé ag amhastraigh. = Er begann zu bellen.
cogarnach = Flüsterm, Dativ: cogarnaigh
Bhí sí ag cogarnaigh go séimh. = Sie flüsterte zärtlich.
béiceach = Schreien, Dativ: béicigh
Thosaigh m’athair ag béicigh. = Mein Vater begann zu schreien.
srannfach = Schnarchen, Dativ: srannfaigh
Bhí sí ag éisteacht lena fear ag srannfaigh. = Sie hörte ihrem Mann beim Schnarchen zu.
casachtach = Husten, Dativ: casachtaigh
Agus ansin, aon lá amháin, níor chuala sé é ag casachtaigh a thuilleadh. = Und dann, eines Tages, hörte sie ihn nicht mehr husten.
Auch gehören hierher die intransitiven Verbalnomen-Langformen auf -nach, -neach, -arnach, -achtach,
z.B.: léimneach = Springen, Dativ: léimnigh
Tá na bradáin ag léimnigh. = Die Lachse springen.
preabarnach = Hüpfen, Dativ preabarnaigh
Bhí a chroí ag preabarnaigh ina chliabh. = Sein Herz hüpfte in seiner Brust.
Maskuline Verbalnomen auf -ach/-each haben hingegen keine spezielle Dativform. Sie gehören der 1. Deklination an.
z.B.: ceannach = Kaufen, Dativ stets: ceannach
Tá mé ag ceannach glasraí. = Ich kaufe Gemüse.
Eine Pluralbildung ist nur bei substantivischem Gebrauch des Verbalnomens möglich.
Viele Verbalnomen bilden den Plural entsprechend ihrer Deklinationsgruppe bzw. entsprechend typischer Pluralbildungen.
Die "regelmäßigen" Verbalnomen auf -adh und -ú sowie die Verbalnomen auf -áil bilden den Plural folgendermaßen:
Verbalnomen auf -adh:
Plural durch Anhängen eines -í an das Verbaladjektiv:
z.B.: glan (reinigen): glanadh - glanta - glantaí
(gelegtl. auch andere Endungen, z.B. briseadh - bristeacha, bristeacha amach = Ausbrüche)
Verbalnomen auf -ú (u.a. lange Vokale)
Plural-Form -uithe oder -ithe
z.B.: saothraigh (hart-, er- bearbeiten):
saothrú - saothruithe
(Nicht mit saothraithe zu verwechseln, dem Verbaladjektiv und Genitiv Singular des Verbalnomens)
Verbalnomen auf -áil
Plural-Form -álacha
z.B.: gabh (nehmen, ergreifen): gabháil - gabhálacha
Zu manchen Verben existieren zwei Verbalnomen, eine kürzere (normale) und eine längere (spezielle) Form.
Die längeren Formen (länger durch zusätzliche oder spezielle Endungen wie -chán, -nach, -neach, -arnach) tragen eher abstraktere, mehr nominale und weitergefasste Bedeutungen (Häufigkeit, Andauer, Lautstärke, etc.),
während die kürzeren konkreter und verbaler sind.
z.B. léamh/léitheoireacht = Lesen, ní/níochán = Waschen, preabadh/preabarnach = Springen, léim/léimneach = Springen, luascadh/luascarnach = pendeln, schwingen, schaukeln, lúbadh/lúbarnach = winden, drehen etc.
Die längeren Verbalnomen werden zudem syntaktisch als intransitive Formen verwendet, die kürzeren als transitive Formen,
z.B.: Bhí sé ag fí an éadaigh. = Sie webte das Tuch; Chaith sí an lá ag fíochán. = Sie verbrachte den Tag mit Weben.
siehe unter Syntax des Verbalnomens
© Lars Braesicke 1999 / 2002
[ 1 ]: Warum tritt ausgerechnet das Verbaladjektiv als Genitiv des Verbalnomens auf?:
Ein normales Substantiv im Genitiv ist zumeist ein Attribut (z.B. "Seáin" in "teach Sheáin = Seáns Haus") und wird genauso verwendet wie ein adjektivisches Attribut (z.B. "álainn" in "teach álainn = ein schönes Haus").
Der substantivische Genitiv stellt also quasi die "attributive Form" des Substantivs dar.
Das Verbaladjektiv stellt nun gewöhnlich die "attributive Form" des Verbs dar (z.B. "tógtha" in "teach tógtha = gebautes Haus ").
Wenn das Verbalnomen nun in "infinitivischer" Verwendung
(also in Betonung gerade seiner verbalen Eigenschaften) als Attribut verwendet wird (also in den Genitiv gesetzt werden muß), greift man auf die bereits bestehende attributive Form des gleichen Verbs zurück (also auf das Verbaladjektiv).
Zudem glich (durch Phänomene der Synkope) der Genitiv von (heutigen) Verbalnomen auf -dh und -Vokal schon frühteitig dem Verbaladjektiv und dem sog. Partizip der Notwendigkeit auch einfach in der Form.