Caibidil a hOcht:

Die Possessivpronomen (Na hAidiachtaí Sealbhacha)

Gramadach na Gaeilge

adjektivische Possessivpronomen
substantivische Possessivpronomen
Präpositionen und Possessivpronomen
Verwendung

Die Possessivpronomen werden in irischen Grammatiken den Adjektiven zugerechnet, da sie nur adjektivisch (zusammen mit einem Substantiv) und nicht substantivisch (d.h. selbständig, ohne ein Substantiv) auftreten können (Es bedarf Hilfswörter um letzteres ausdrücken zu können). Daher lautet im Irischen die übliche Bezeichnung "aidiachtaí sealbhacha" (Possessivadjektive) statt "forainmneacha sealbhacha" (Possessivpronomen).

adjektivische Possessivpronomen (mit Substantiv)

 Person   dt.   allgemein   L/E   Kontrastform   vor Vokal  mit cuid
 (+ Substantiv) 
mit cuid
(Kontrastform)
1. Sing. mein   mo L   mo sa/se   m’   mo chuid   mo chuid sa/se
2. Sing. dein   do L   do sa/se   d’   do chuid   do chuid sa/se
3. mask. sein   a L   a san/sean   a   a chuid   a chuid san/sean
3. fem. ihr   a -   a sa/se   a h   a cuid   a cuid sa/se
1. Plur. unser   ár E   ár na/ne   ár n-   ár gcuid   ár gcuid na/ne
2. Plur. euer   bhur E   bhur sa/se   bhur n-   bhur gcuid   bhur gcuid sa/se
3. Plur. ihr   a E   a san/sean   a n-   a gcuid   a gcuid san/sean

Die Formen m’, d’ treten auch vor fh auf. (z.B.: m’fhocal = mein Wort, d’fhuisce = dein Whiskey)

Dialektunterschiede

Die Verwendung von "cuid" (dt. = Teil, Anteil)

Form

Verwendung

Der Gebrauch von cuid ist dialektabhängig und nimmt von Süd nach Nord zu.
Zwingend ist sein Gebrauch in allen Dialekten bei Speisen (mo chuid ime = meine Butter), Vermögen (mo chuid talaimh = mein Land(besitz)), Sprach(kenntniss)en (mo chuid Gaeilge = mein Irisch), Tätigkeiten und Mühen (mo chuid oibre = meine Arbeit).
In anderen Bereichen kann cuid vor allem in folg. Fällen auftreten:

Beispieltabelle
 
vor Konsonant vor Vokal mit cuid
ir. ir. emphat. dt. ir. ir. emphat. dt. ir. ir. emphat. dt.
mo charr mo charrsa mein Auto m’athair m’athairse mein Vater mo chuid carranna mo chuid carrannasa meine Autos
do charr do charrsa dein Auto d’athair d’athairse dein Vater do chuid carranna do chuid carrannasa deine Autos
a charr a charrsan sein Auto a athair a athairsean sein Vater a chuid carranna a chuid carrannasan seine Autos
a carr a carrsa ihr Auto a hathair a hathairse ihr Vater a cuid carranna a cuid carrannasa ihre Autos
ár gcarr ár gcarrna unser Auto ár n-athair ár n-athairne unser Vater ár gcuid carranna ár gcuid carrannana unsre Autos
bhur gcarr bhur gcarrsa euer Auto bhur n-athair bhur n-athairse euer Vater bhur gcuid carranna bhur gcuid carrannasa eure Autos
a gcarr a gcarrsan ihr Auto a n-athair a n-athairsean ihr Vater a gcuid carranna a gcuid carrannasan ihre Autos

weitere Beispiele:
mo leabhar = mein Buch
mo leabharsa = mein Buch
mo chuid leabhar = meine Bücher
mo chuid leabharsa = meine Bücher
mo chuid Gaeilge = mein Irisch
mo chuid Gaeilgese = mein Irisch

substantivische Possessivpronomen

dt. allgemein Plural*
meins mo cheannsa mo chuidse
deins do cheannsa do chuidse
seins a cheannsan a chuidsean
ihrs a ceannsa a cuidse
unser ár gceann-na ár gcuidne
euers bhur gceannsa bhur gcuidse
ihrs a gceannsan a gcuidsean

Wörter wie "meins", "deins" etc. , also Possessivpronomen, die kein zusätzliches Substantiv benötigen, gibt es im Irischen nicht.
Um dennoch Aussagen wie "meins", "deins" zu machen, werden die Substantive ceann ("Kopf") bzw. cuid ("Anteil") oder muintir ("Leute") benötigt.

Die Formen mit ceann stehen für zählbare Substantive im Singular
Die Formen mit cuid stehen für Dinge im Plural und für nichtzählbare Dinge im Singular.
Für Personen im Plural steht muintir statt cuid (z.B.: mo mhuintirse = meine (Leute))

Bei Gegenüberstellung ("mein Ding und deins") wird zudem das Substantiv einfach wiederholt.
z.B.: mo rudsa agus do rudsa = mein Ding und deins).

Beispiele:
Sin é mo cheannsa = Das ist meins.
Sin é mo chuidse = Das sind meine.
mo leabharsa agus do leabharsa = mein Buch und deins
mo chuid leabharsa agus do chuidse = meine Bücher und deine
mo chuid Gaeilge agus do chuidse = mein Irisch und deins

Aussagen wie "Das Buch ist meins." / "Das Buch gehört mir" werden nicht mit dem Possessivpronomen, sondern mit der Präposition le als Ausdruck des Besitzes gebildet:
Is liomsa an leabhar = das Buch ist meins.
Is leatsa an leabhar = das Buch ist deins.
Is linne na bróga = die Schuhe sind unsere.
Óir is leatsa an ríocht agus an chumhacht agus an ghlóir = Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.

Präpositionen und Possessivpronomen

Possessiv-Pronominalformen der Präpositionen:
Einige Präpositionen verschmelzen mit nachfolgendem Possessivpronomen. Dies sind jene, die auf Vokal enden sowie in bestimmten Verwendungen auch ar (im Sinne von nachdem).
 

  de
(von)
do
(zu)
faoi
(unter)
i
(in)
le
(mit)
ó
(von)
trí
(durch)
go
(mit)
ar
(auf)
mo (mein) de mo do mo faoi mo i mo le mo ó mo trí mo go mo ar mo
do (dein) de do do do faoi do i do le do ó do trí do go do ar do
a (sein) dá, á faoina ina lena óna trína gona arna, ar a
a (ihr) dá, á faoina ina lena óna trína gona arna, ar a
ár (unser) dár dár faoinár inár lenár ónár trínár gonár arnár, ar ár
bhur (euer) de bhur do bhur faoi bhur in bhur le bhur ó bhur trí bhur go bhur ar bhur
a (ihr) dá, á faoina ina lena óna trína gona arna, ar a

In Munster werden zudem auch in der 1. und 2. Person Kombinationen verwendet:
dem, ded (statt de mo, de do), dom, dod (statt do mo, do do), fém, féd statt faoi mo, faoi do, im, id (statt i mo, i do),
lem, led (statt le mo, le do), óm, ód (statt ó mo, ó do), trím, tríd (statt trí mo, trí do),
auch: agam, am, agad, ad (statt ag mo, ag do).
z.B.: im leabhar < i mo leabhar = in meinem Buch

In Connacht treten v.a. bei älteren Sprechern Formen mit eingeschobenem -án- bei aig, chuig, seltener roimh, ar, as und folg. a (sein, ihr, unser, euer, ihr) auf: agána, chuigeána, roimheána, arána, asána (statt ag a, chuig a, roimh a, ar a, as a), vor konsonantisch beginn. Possessivpronomen zum Teil auch -á- (agá mo statt ag mo).

Es treten in den Dialekten z.T. auch weitere Kombinationen in der 2. Person Plural auf aufgrund der zumeist vokalischen Aussprache von bhur in Munster als [u:r, ur] oder in Connacht als [ə]: lenur, ónur, trínur (le nbhur, ó nbhur, trí nbhur), etc. Diese gelten nicht als Standardformen, da im Standard die konsonantische Aussprache [vu:r] favorisiert wird.
Die Form in bhur ist im Standard enthalten, wobei hier "in" als Ersatz einer Eklipse von bhur anzusehen ist (in Munster inúr, in Connacht ina, in Ulster i mur, in mur)
ina, inár wird oft gekürzt zu ’na, ’nár z.B.: Tá sé ’na chónaí i gCorcaigh = Er wohnt in Cork
In Connacht und Ulster treten auch in der 1. und 2. Person die Formen in mo, in do auf (statt i mo, i do).

Do (zu):
Bei Verwendung des Possessivpronomens als Objekt des Verbalnomens in der Verlaufsform (Aktiv und Passiv) steht für do + a die Form á (statt sonst )
z.B.: Tá mé á mholadh = Ich lobe ihn. (wörtl.: "Bin ich zu-seinem Loben")
Wenn es nicht mit Verbalnomen auftritt, steht jedoch
z.B.: Thug mé chara é = Ich gab es seinem Freund (wörtl.: "Gab ich zu-seinem Freund es")
In Connacht steht in beiden Fällen dhá.
In Munster treten in der Verlaufsform auch besondere Formen der 1. und 2. Person auf: am, ad, die eigtl. zur Präposition ag gehören.
z.B.: Tá mé ad mholadh < Tá mé do do mholadh = ich lobe dich. (wörtl.: "Bin ich bei-deinem Loben / zu-deinem Loben")
In Ulster tritt auch die Form dona statt auf.

Go (mit):
Die Form gona ist, wie die Präposition go im Sinne von "mit", veraltet und steht hier nur der Vollständigkeit halber.

Go (zu):
Die häufigere Präposition go (zu) verwendet diese Formen nicht, stattdessen go dtí a = zu seinem.
Mundartlich treten zum Teil auch hier Kombinationen wie go dtína oder go dtíána (= zu-seinem) auf.

Ar (auf):
Die Form arna tritt nur vor Verbalnomen in der Bedeutung "nach", "nachdem" auf. Sonst stets ar a.
arna chur in eagar ag … = herausgegeben von … ("nach-seinem Legen in Ordnung bei …")
Es ist Rest der veralteten, Eklipse auslösenden Präposition iar = nach, die im heutigen Irisch mit ar (= auf) zusammenfällt (iar n-a > iarna > arna).

Genitiv-Präpositionen
Im Standard treten hier keine Kombinationen auf.
Im Dialekt von Cois Fharraige bilden auch le haghaidh = für (im Dialekt gesprochen [lai]) und tigh = bei (gesprochen [t′iː]) Kombinationen mit Possessivpronomen:
le haghaidh n-a [laiɴə], tigh n-a [t′iːɴə],
z.B.: le haghaidh n-a mbricfásta = für ihr Frückstück, tigh n-a mhic = bei seinem Sohn

Der Binde-Konsonant -n- in ina, óna, faoina, etc. war ursprünglich nur nach i, go und iar (> ar)[ 1 ] gebräuchlich, da diese Präpositionen Eklipse (und auch n-Vorsatz) auslösten (i n-a > ina, go n-a > gona, iar n-a > arna).
Bei anderen Präpositionen mit vokal. Auslaut erfolgte es als bloße Analogiebildung nach dem Vorbild von ina, gona, arna: óna, faoina, lena, trína.

Verwendung des Possessivpronomens

Possessivpronomen und Kopula:
Um auszudrücken, daß etwas mein/dein/sein ist, wenn also im Deutschen die Zugehörigkeit mittels der Verben "sein" oder "gehören" beschrieben werden soll, wird nicht das Possessivpronomen verwendet, sondern oben genannte Form aus Kopula und der Präposition le (= mit):
z.B.: Is liomsa an madra. = Es ist mein Hund. / Der Hund gehört mir.; An leatsa an leabhar? = Ist das dein Buch? / Ist das Buch deins? / Gehört das Buch dir?.
In einem Satz mit Possessivpronomen hingegen (z.B.: Is é mo mhadra é = Es ist mein Hund.) ist "mo" nicht die eigtl. Satzaussage, sondern nur eine Beschreibung, die das Substantiv madra näher bestimmt. Auch mit dem emphat. Suffix -sa wird nicht etwa der Besitz oder die Zugehörigkeit betont, sondern nur der daraus folgende Unterschied in der Identität des näher beschriebenen Hundes zu anderen Hunden hervorgehoben: Is é mo mhadrasa é = Es ist mein Hund (… es ist mein Hund Bran. Dein Hund sieht zwar ähnlich aus, sitzt aber da drüben).

Mit anderen Verben und Zusammenhängen wird das Posssessivpronomen wie folgt verwendet:

  1. allgemeine Zugehörigkeit, wie im Deutschen
    z.B.: mo charr = mein Auto, m’athair = mein Vater
  2. in Erzählungen werden mo, do mit vorerwähnten Personen verwendet: mo dhuine = der/dieser Mensch, mo Dhónall = dieser Dónall
  3. Besitz: mit dem Pronomen féin ("selbst", hier: = "eigen")
    z.B.: mo theach féin = mein eigenes Haus (wörtl.: "mein Haus selbst")
  4. mit Demonstrativpronomen (nur 3. Person im Sinne von "dessen", "deren")
    z.B: Tá sí isteach ina theach seo = Sie ist in dessen Haus (wörtl.: "ist sie in-seinem Haus dies")
  5. als Genitiv des Personalpronomens, z.B.:
  6. mit Verben des Zustands (wie stehen, wohnen, liegen, sitzen, schlafen) mit Präposition i,
    z.B.: tá sé ina chónai i … = er wohnt in … (wörtl.: "er ist in-seinem Wohnen in …"), tá sé ina shuí = er sitzt (wörtl.: "er ist in-seinem Sitzen")
  7. Klassifiktion mit i und dem Verb :
    z.B: tá mé i mo dhochtuir = ich bin Arzt (siehe auch Klassifikationssätze ohne Kopula)
  8. In Ausdrücken wie "zu dritt", "zu viert" (d.h. in Dreier-, Vierergruppen) mit der Präposition i und der entspr. Personalzahl
    z.B.: i m’aonar = (ich) allein ("zu eint"), ina dtriúir = zu dritt, ina seachtair = zu siebt
  9. Das Possessivpronomen der 3. Person maskulin a (= "sein") proleptisch, d.h. sich auf einen nachfolgenden Ausdruck beziehend
  10. Das Possessivpronomen wird in bestimmten Fällen nicht verwendet.
    Stattdessen steht der Artikel und eine Form der Präposition ag (oft Kurz-und Kontrastform, gelegtl. in einem Relativsatz).
    Dies geschieht insbesondere in den folg. Fällen:
  11. Das Possessivpronomen wird ebenso nicht verwendet in der Anrede.
    Stattdessen steht lediglich die Vokativpartikel.
    z.B.: a chara! = mein Freund!

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[ 1 ] Neben diesen mehr oder minder noch heute existierenden Präpositionen war n-Vorsatz auch nach der ebenfalls Eklipse auslösenden Präposition re (= vor) notwendig.
Re ist heute roimh und löst keine Eklipse mehr aus. re n-a, heute roimh a.
Die Verbreitung des Binde-n auf andere Präpositionen ist auch dadurch bedingt, daß es eine gleichlautende nichtekliptierende Präposition re (= mit) gab (welche heute mit le zusammengefallen ist) und auf die das Binde-n wohl zuerst übering: re n-a, heute lena.