Caibidil a Trí: Das Verb (An Briathar)

Die Modalverben und Hilfsverben (Na Briathra Módúla agus na Briathra Cúnta)

Gramadach na Gaeilge

Erläuterungen
Müssen
Sollen
Besser sollen
Können
Dürfen
Mögen
Lieber mögen
Wollen
Brauchen
Haben
- Haben (allgemein)
- Haben (Zustände)
- Haben (besitzen)
Bí als Hilfsverb
Déan als Hilfsverb

Erläuterungen


*Mit "Subjekt"/"Objekt" ist hier stets das Wort gemeint, das im Deutschen Subjekt- oder Objektfunktion hat. Im Irischen ist es bei Konstruktionen mit bí meist eigentlich umgekehrt, bzw. bei Kopula-Konstruktionen ist das, was hier als "Subjekt" bezeichnet wird, eigentlich Teil des Prädikates und der nachfolgende Nebensatz oder die Infinitivkonstruktion eigentlich das grammatische Subjekt des Satzes.
Auch im Irischen wird das hier als "Subjekt" bezeichnete Wort als logisches Subjekt der Aussage verstanden. "Subjekt" ist hier also stets derjenige, der "muß", "kann", "soll", "darf" etc.
Abkürzungen: VN für Verbalnomen bzw. Infinitivkonstruktion (Objekt + Verbalnomen), go für einen go/nach-Nebensatz ("daß").

Müssen

  1. Form von + ar + Subjekt + VN*
    z.B.: Tá orm imeacht. = Ich muß gehen. (wörtl. "ist auf mir zu gehen")
            Bhéadh ar Sheán a theacht. = Séan müßte kommen. (wörtl.: "wäre auf Seán zu kommen")
  2. caithfidh (= Futur von caith [eigtl.: verbrauchen, werfen etc].) + Subjekt + VN/go
    z.B.: Caithfidh mé imeacht. = Ich muß gehen. (wörtl.: "verbrauchen werde ich weggehen")
            Caithfidh tú é a dhéanamh. = Du mußt es tun.
    Nach má (wenn) ist eine habituelle Präsensform von caith in der Bedeutung "müssen" erlaubt und notwendig (da Futur nach má stets verboten):
    z.B.: Má chaitheann sé imeacht. = Wenn er gehen muß.
    Sonst sind (außer in Munster) außer Futurformen nur Konditionalformen von caith im Sinne von "müssen" üblich.
    z.B.: Chaithfinn imeacht. = Ich müßte gehen.
    In Munster sind auch hab. Präsens (caithim = ich muß), Imprerfekt und Präteritum möglich.
    Verneinung: Eine Verneinung von caithfidh bedeutet "muß nicht" ("braucht nicht"):
    z.B.: chaithfidh sé imeacht. = Er muss nicht weggehen.
    Wird hingegen das Verbalnomen mit gan verneint, bedeutet es "darf nicht":
    z.B.: Caithfidh sé gan imeacht. = Er darf nicht weggehen. (wenn auch eher selten verwendet im Vergleich zu Níl cead ag oder einfachen neg. Imperativ: Ná himigh!)
  3. Form von is + éigean + do + Subjekt* + VN (vor allem im Präteritum als b’éigean do, auch als Ersatz für eher im Präsens-Sinne übliches caithfidh )
    z.B.: B’éigean dom é a dheanamh. = Ich mußte es tun. (wörtl. "war Zwang zu mir, es zu tun")
  4. negative Form der Kopula + mór + do + Subjekt* + VN
    z.B.: Ní mór duit bheith anseo. = Du mußt hier sein. (wörtl.: "Ist nicht (zu) groß zu dir, hier zu sein"), siehe zur Bildungsweise des Idioms unter Exzessiv
  5. negative Form der Kopula + foláir + do + Subjekt* + VN (in Ulster auch foráil)
    z.B.: Ní foláir dom é a rá. = Ich muß es sagen. (wörtl.: " Ist nicht Überfluss zu mir, es zu sagen")
  6. Form von + Objekt* + le + VN  + ag + Subjekt*
    Die VN-Konstruktion mit le entspricht dem deutschen (gerundivischen) zu-Infinitiv und drückt bei transitiven Verbalnomen u.a. Notwendigkeit aus
    z.B.: Tá litir le scríobh agam. = Ich muß einen Brief schreiben. (eigtl.: Ein Brief ist zu schreiben von mir.)
  7. Form von + ag + Subjekt* + le + VN (in Ulster)
    Dies ist eine Umstellung der vorherigen Form (6.), jedoch im Gegensatz zu dieser ist sie bei intransitiven Verben verwendbar.
    Es ist wohl eine Lehn-Angleichung an das Englische ("to have to": bí ag = haben, le = (um) zu).
    z.B.: Tá agam le dul. = Ich muß gehen. ("ich habe zu gehen")
    In "halbverneinten" Sätzen (neg. Sätze mit ach = aber zum Ausdruck von "nur") auch ohne le:
    z.B.: Níl agat ach bheith ann = Du mußt nur dort sein.
  8. Form von + + d’fhiacha + ar + Subjekt + VN* (seltener)
    z.B.: Tá sé d’fhiacha orm teacht. = Ich bin verpflichtet zu kommen. (wörtl.: "Ist es von Schulden auf-mir Kommen.")
    statt d’fhiacha auch fiacha, (d’)iallach, d’oibleagáid, de dhualgas
  9. Epistemisches "Müssen" im Sinne von angenommenen Umständen und offensichtlichen Notwendigkeiten wird durch folgende Wendungen ausgedrückt:
  10. Eine subjektive Einschätzung der Notwendigkeit kann auch durch ní foláir mit der Präposition le ausgedrückt werden:
    negative Form der Kopula + foláir + le + Subjekt* + VN/go
    z.B.: Ní foláir liom é a rá. = Ich denke, es muß gesagt werden. (übertragen auch: Ich bin nicht zufrieden, wenn es nicht gesagt wird.)
    Mit wird wieder ein epistemisches Müssen ausgedrückt.
    z.B.: Ní foláir liom nó tá sí tinn. = Ich denke, sie muß wohl krank sein.

Sollen

  1. Form von is + ceart + do + Subjekt* + VN/go
    z.B.: Is ceart do Sheán a theacht. = Seán soll(te) kommen. (wörtl.: "Ist recht zu Seán zu kommen")
            Ba cheart do Sheán a theacht. = Seán sollte kommen.
            Ba cheart do Sheán go dtiocfadh sé. = Seán sollte kommen.
  2. Form von is + cóir + do + Subjekt* + VN/go
    z.B.: Ba chóir duit é a dheanamh. = Du solltest es tun. (wörtl.: "Wäre recht zu dir es zu tun")
  3. ghlacfadh + Subjekt + VN (nur in Ulster, nur Konditional des Verbes glac = annehmen)
    z.B.: Ghlacfainn imeacht. = ich sollte besser gehen. (wörtl.: "ich-würde-annehmen gehen")
  4. d’fhéad + do + Subjekt + VN (nur in Ulster, nur Präteritum des Verbes féad = können)
    z.B.: D’fhéad dom imeacht. = ich hätte besser gehen sollen. (wörtl.: "konnte zu-mir gehen")
  5. Verwendung des Imperativs:
    z.B.: Tagadh Seán = Seán soll kommen! (wörtl.: "Seán komme / Es komme Seán!")
            An ní a cheanglaíonn Dia, ná scaoileadh duine é. = Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen.
  6. selten: Form von is + beite + do + Subjekt* + VN
    beite ist das (selten verwendete) "Partitizip der Notwendigkeit" von
    z.B.: Is beite do dhuine Dia a ghuí. = Man sollte zu Gott beten. (wörtl.: "Ist zu-sein zu Mensch Gott zu beten")
  7. Statt beite ist es theoretisch möglich, von jedem Verb ein Partizip der Notwendigkeit (Form = Verbaladjektiv) zu bilden und so eine Aussage entsprechend dem dt. "sollen, müssen" zu machen. Allerdings ist dieses Partizip kaum gebräuchlich, wenn dann in negierter Form: "es ist nicht nötig zu …":
    z.B.: Ní gearánta ar an aimsir duit. = Es gibt keinen Grund für dich, über’s Wetter zu klagen.
  8. Im Deutschen tritt "sollen" in indirekter Rede für den Imperativ. Im Irischen hingegen tritt eine bloße VN-Konstruktion statt des Imperativs, der dann ins Deutsche mit "sollen" zu übersetzen ist:
    z.B.: Dúirt tú liom é a dhéanamh. = Du sagtest, ich sollte es tun.
  9. Epistemisches Sollen im Sinne einer Meinung über das Eintreffen einer Handlung unterscheidet sich nicht:
    z.B.: Ba cheart dó bheith tagtha faoi seo. = Er sollte um diese Zeit schon angekommen sein.
    Im Falle von go/nach-Gliedsätzen steht meist Konditional,
    z.B.: Ba cheart go mbeadh an teach críochnaithe i gceann coicíse. = Das Haus sollte innerhalb 14 Tagen fertiggestellt sein.
    Oft wird die Meinung aber auch ohne Modalverben durch Verben des Denkens, Sagens ausgedrückt (cheapfainn go … = ich würde denken, daß …; tá sé ceatptha … = er soll …; deirtear go … = man sagt, daß …; déarfá go … = du würdest sagen, daß …; is dócha go … = wahrscheinlich … )
    Annahmen, Gerüchte und Erwartungen werden auch durch in ainm + VN oder mittels amuigh + ar + Subjekt + go ausgedrückt
    z.B.: Tá sé in ainm a bheith saibhir. = Er soll reich sein. (oder: Tá ainm an tsaibhris air.)
            Bhí sé amuigh air gur dhúirt sé go …. = Er soll gesagt haben, daß …

Besser sollen

  1. Form von is + fearr + do + * + VN (fearr Komparativ von maith = gut)
    z.B.: Is fearr dom a theacht. = Ich sollte besser kommen. / Es ist besser (für mich), wenn ich komme. (wörtl.: "Ist besser zu-mir zu kommen")
            B’fhearr do Sheán a theacht. = Seán sollte besser kommen. / Seán hätte besser kommen sollen. (wörtl.: "War/wäre besser zu Seán zu kommen")
  2. Form von is + córa + do + Subjekt* + VN (córa Komparativ von cóir = recht)
    z.B.: sin mar is córa duit dul chun cainte leis = deshalb solltest du umso eher zu ihm gehen und mit ihm sprechen
  3. Form von is + cirte + do + Subjekt* + VN (cirte Komparativ von ceart = recht)
    z.B.: aréir nó, ba chirte dom a rá, go moch ar maidin = letzte Nacht, oder besser sollte ich sagen, heut früh am Morgen

Können

  1. Form von is + féidir + le + Subjekt* + VN
    Umgangssprachlich wird féidir le oft gekürzt zu "féid’ le", aber nicht so geschrieben.
    féidir ist nicht verwandt mit féad (s.u.), es bedeute ursprünglich Kraft, altir. séitir).
    féidir tritt v.a. im Präsens auf. (Der Konditional b’fhéidir tritt nur als epistemische Form auf, es entspricht dann deutschem vielleicht)
    z.B.: Is féidir liom Gaeilge a scríobh. = Ich kann Irisch schreiben. (wörtl. "ist möglich mit mir Irisch zu schreiben")
            Ach ní féidir liom Rúisis a scríobh. = Ich kann aber nicht Russisch schreiben.
    Auch is féidir kann statt le von do + Subjekt* gefolgt werden, um eine objektivere Darstellung zu treffen.
    z.B.: Ní féidir do na páistí é a dhéanamh. = Es ist nicht möglich für die Kinder, es zu tun.
  2. Form von is + acmhainn + do + Subjekt* + VN
    acmhainn = Ressource, Mittel
    z.B.: an méid is acmhainn duit a chaitheamh ar bhronntanais = wieviel du für Geschenke ausgeben kannst.
            Is acmhainn dó teach a cheannach. = Er kann sich ein Haus kaufen (= kann es sich leisten)
  3. Form von + Subjekt + in ann / i ndon / in acmhainn / in inmhe / ábalta + VN (dies ist eingeschränkt darauf "die Fähigkeit zu etwas haben")
    z.B.: Tá mé in ann Gaeilge a scríobh. = Ich kann Irisch schreiben. (in Connacht)
            Tá mé ábalta Gaeilge a scríobh. = Ich kann Irisch schreiben. (in Ulster und Munster)
    nach ann, acmhainn, inmhe kann der Genitiv stehen, da dies Substantive sind: in acmhainn a dhéanta = fähig es zu tun
    nach ábalta steht in Munster die Päposition ar: ábalta ar rud a dhéanamh = fähig es zu tun
  4. Form von tig + le + Subjekt* + VN
    (tig ist eine Variante von tagann, dem Präsens von tar = kommen.)
    Es ist im Sinne von "können" außer im Präsens (tig le in Connacht, thig le in Ulster) auch im Konditional (tiocfadh le) üblich, auch im Sinne der einfachen Vergangenheit.
    Im Präteritum (tháinig le, in Munster auch ráinig le), als abgeschlossenes Können, beschreibt es ein Gelingen.
    z.B.: Tig le Pól é a dhéanamh. = Paul kann es tun. (wörtl.: "Kommt mit Pól es zu tun")
            Thiocfadh le Pól é a dhéanamh. = Paul konnte/könnte es tun. (wörtl.: "Würde-kommen mit Pól es zu tun")
            Rinne mé chomh maith é agus a tháinig liom. = Ich tat es so gut wie ich konnte.
  5. Form von téigh + ag + Subjekt* + VN
    Nur im Sinne von abgeschlossenen Können (= Gelingen)
    z.B.: Tar éis cúpla iarracht, chuaigh aige éirí ina sheasamh. = Nach ein paar Versuchen konnte er aufstehen (= gelang es ihm aufzustehen).
    Es gibt eine Reihe weiterer Ausdrücke des Gelingens und auch des Mißlingens, zumeist wie tig + le und téigh + ag unakkusativische Verben ohne gramm. Subjekt (s. dort)
  6. Form von + dul + ag + Subjekt* (+ ar) + VN
    V.a. in neg. Sätzen und Fragesätzen
  7. Form von + caoi + ag + Subjekt* + VN
    V.a. in neg. Sätzen und Fragesätzen
  8. das "echte"* Modal-Verb féad = können (alle Zeitformen möglich) tritt v.a. in Munster auf, häufiger im Futur und Konditional:
    z.B.: Nach bhféadfá fanacht? = Könntest du nicht bleiben?
    Teilweise (in Ulster) auch mit einem logischen Subjekt mit do
    z.B.: Féadann duit é a dhéanamh. = Du kannst es tun.
    (* ursprünglich féad < altir. éta = bekommen, heute aber nur noch als Modalverb verwendet)
  9. Form von + + ar cumas + Subjekt* + VN ("Subjekt" im Genitiv bzw. stattdessen ein Possessivpronomen)
    z.B.: Tá sé ar mo chumas é a dheanamh. = Ich kann es tun. (wörtl.: "Ist es auf meine Fähigkeit es zu tun"
  10. Form von + Subjekt* + i gcumas + VN
    z.B.: Tá mé i gcumas é a dheanamh. = Ich kann es tun. (wörtl.: "Bin ich in Fähigkeit es zu tun")
  11. bestimmte Fähigkeiten kann man nicht, die hat man einfach (siehe unten: haben): Form von + Objekt + ag + Subjekt*
    z.B.: Tá Gaeilge agam. = Ich kann Irisch (wörtl.: "ist Irisch bei mir / ich habe Irisch")
            Tá léamh / snámh agam. = Ich kann lesen / schwimmen.
  12. Form von faigh + VN (häufig Konditional gheobhadh)
    Das Verb faigh bedeutet eigentlich bekommen. Hier im Sinne des deutschen "etwas hinbekommen"
    z.B.: Gheobhainn an obair a dhéanamh. = Ich könnte die Arbeit machen. (wörtl.: "Ich würde [es hin]bekommen, die Arbeit zu tun")
            Fuair sé an obair a dhéanamh. = Er konnte die Arbeit machen (wörtl.: "Er bekam [es hin], die Arbeit zu tun")
  13. Eine verneintes Können (= nicht können) wird durch Negation des Verbs oder der Kopula erreicht:
    z.B.: Ní féidir liom é a dhéanamh. = Ich kann es nicht tun.
            Níor fhéad mé é a dhéanamh. = Ich konnte es nicht tun.
    Eine Verneinung des Verbalnomens mit gan zusätzl. zu verneintem féidir oder féad hat die Bedeutung "nicht umhinkommen", "nicht anders können":
    z.B.: Ní féidir liom gan é a dhéanamh. = Ich komme nicht umhin, es zu tun.
            Níor fhéad mé gan gáire. = Ich kam nicht umhin zu lachen. / Ich musste einfach lachen. / Ich konnte nicht anders als zu lachen.
  14. Epistemisches Können zur Angabe der Möglichkeit wird von einem go/nach-Gliedsatz ergänzt.
    Im Falle des Verbs tig tritt die Präposition do statt le (stets in der Form , kann aber auch entfallen):
    thiocfadh (dó) go …; d’fhéadfadh (sé) go …; is féidir go …; b’fhéidir go … = es könnte sein, daß …, vielleicht … (b’fhéidir go wird mündlich oft zu "b’é’ go" verkürzt, aber kaum so geschrieben)
    z.B.: B’fhéidir go bhfuil sé ann. = Es könnte sein, daß es da ist. (= Vielleicht ist es da.)
            Ní féidir go bhfuil rudaí chomh dona sin. = Es kann nicht sein, daß die Dinge so schlecht stehen.

Dürfen

  1. Form von + cead + ag + Subjekt + VN*
    z.B.: Tá cead ag an bhfear fuisce a ól. = Der Mann darf Whiskey trinken. (wörtl.: "Ist Erlaubnis bei dem Mann Whiskey zu trinken")
            Nach bhfuil cead ag fear a ghnóthaí féin a dhéanamh? = Darf ein Mann nicht seine eigenen Angelegenheiten regeln?
    Seltener mit de: Form von + de + chead + ag + Subjekt + VN* ohne deutl. Bedeutungsunterschied
    z.B.: Níl sé de chead ag éinne labhairt mar sin liomsa! = Niemand darf so mit mir sprechen!
    In Ulster hat die Erweiterung mit Possessivpronomen (a) chead + ag (oft nur Lenition chead ag) hingegen die Bedeutung "laßt …", "soll … doch", also eines abgemilderten Imperativs
    z.B.: Chead acu a rogha rud a dhéanamh. = Laßt sie tun, was sie wollen.
  2. féadfaidh (Futur von féad = können) + Subjekt + VN*
    z.B.: Féadfaidh tú imeacht anois. = du kannst/darfst jetzt gehen. (wörtl.: "können-wirst du gehen jetzt")
  3. Eine Form von is + miste + le (+ Angesprochenener) wird oft in höflichen Fragen um Erlaubnis (und Antworten darauf) verwendet.
    eigtl. Bedeutung: "jemandem etwas ausmachen", wörtl.: miste (< measa+de) (le) = um so schlechter (für)
    z.B.: Ar mhiste leat mé a dhul ansin? = Darf ich dort hingehen? (= Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich dort hinginge?)
            Ní miste. = Ja (,du darfst). (= Es macht mir nichts aus) als Antwot auf die vorhergehende Frage.
  4. Nicht dürfen wird durch Negation von cead ausgedrückt:
    z.B.: Níl cead agat imeacht. = Du darfst nicht gehen.
    Es kann aber auch eine Form von "müssen" verwendet werden mit negativen VN:
    z.B.: Caithfidh tú gan imeacht. = Du darfst nicht gehen. (seltener)
    Häufig ist aber auch bloßer neg. Imperativ (Prohibitiv): Ná himigh! = Geh nicht!

Mögen

  1. Form von is + maith + le + Subjekt* + Objekt/VN/go
    z.B.: Is maith liom beoir = Ich mag Bier.
            Is maith liom fanacht. = Ich möchte bleiben.
            Ba mhaith liom fuisce a ól. = Ich möchte Whiskey trinken. (wörtl.: "wäre gut mit-mir Whiskey zu trinken")
            Ba mhaith liom go n-imeodh sibh anois. / Ba mhaith liom sibh imeacht anois. = Ich möchte, daß ihr jetzt geht.
    (Die Form mit ba, der Präteritum-/Konditionalform von is, wird im Irischen zum Ausdruck von abgeschwächten Wünschen verwendet, es entspricht so auch in dieser Bedeutung dem dt. Konjunktiv II von "mögen": "möchte")
    Verstärkend kann stattdessen is + breá + le benutzt werden.
    z.B.: Ba bhreá liom fuisce a ól. = Ich möchte sehr gern Whiskey trinken. (wörtl.: "wäre schön mit-mir Whiskey zu trinken")
  2. Form des Verbs taitin + Objekt + le + Subjekt*
    z.B.: Taitníonn iasc liom. = Ich mag Fisch. (wörtl.: "gefällt Fisch mit-mir")
            Thaitin an capall leis. = Er mochte das Pferd.
    Form des Verbs taitin (+ ) + le + Subjekt* + VN/go
    z.B.: Thaitin leis a bheith ag spochadh aisti ar an gcaoi sin. = Er mochte es sie auf diese Weise zu necken.
            Níor thaitin léi go raibh éad mar sin uirthi lena cara. = Sie mochte es nicht, daß sie so eifersüchtig auf ihren Freund war.
  3. Form von + dúil + ag + Subjekt + i + Objekt
    z.B.: Tá dúil agam sa tsiúl = Ich mag Wandern.
  4. "Möge" im Sinne eines Wunsches (Optativ) wird durch den Konjunktiv Präsens ausgedrückt, siehe auch: Optativsätze
    z.B.: Go bhfóire Dia orainn! = Möge Gott uns helfen! (wörtl.: "Daß helfe Gott auf-uns")

Lieber mögen

  1. Form von is + fearr + le + Subjekt* + Objekt/VN/go
    z.B.: Is fearr liom tae ná caife. = Ich mag/möchte lieber Tee als Kaffee. (wörtl.: "Ist besser mit mir Tee als Kaffee")
            B’fhearr liom titim sa chomhrac. / B’fhearr liom go dtitfinn sa chomhrac. = Ich möchte mich lieber ins Gefecht stürzen.
  2. Form von is + measa + le + Subjekt* + Objekt/VN/go
    z.B.: Ba mheasa léi é ná a bhfaca sí riamh. = Sie mochte ihn lieber als alles, was sie je sah.
    Obwohl measa (schlechter) eigtl. das Gegenteil von fearr (besser) bedeutet, können beide in nahezu gleicher (statt gegensätzlicher) Bedeutung verwendet werden.
    Der Unterschied liegt darin, daß bei measa der als schlimmer empfundene mögl. Verlust im Vordergrund steht:
    z.B.: Is measa liom Seán (a chailliúnt) ná Séamas. Wörtl.: "Ist schlechter mit-mir Seán (zu verlieren) als Séamas.

Wollen

  1. Form von + Objekt + ó + Subjekt*
    z.B.: Tá braon fuisce uaim. = Ich will etwas Whiskey. (wörtl.: "Ist Tropfen Whiskey von mir")
  2. Form von + ó + Subjekt* + VN/go
    z.B.: Tá uaim fuisce a ól. = Ich will Whiskey trinken. (wörtl.: "Ist von mir, Whiskey zu trinken")
  3. Teastaíonn + Objekt + ó + Subjekt*
    z.B.: Teastaíonn arán uaidh. = Er will/braucht Brot. (wörtl.: "Ist gebraucht Brot von ihm")
  4. Teastaíonn + ó + Subjekt* + VN/go
    z.B.: Teastaíonn uaim fuisce a ól. = Ich will Whiskey trinken. (wörtl.: "Gebraucht von mir, Whiskey zu trinken")
  5. Kopula is + mian / áil / toil + le + Subjekt* + Objekt/VN/go
    z.B.: Is mian liom é a dhéanamh. = Ich will/wünsche, es zu tun. (wörtl.: "Ist Verlangen mit-mir, es zu tun")
    "mian" kann das Verlangte auch als Genitiv-Attribut bei sich führen: mian a dhéanta = Verlangen, es es tun (wörtl.: "Verlangen seines Tuns")
  6. Form von + fonn + ar + Subjekt* + VN
    Verwendet im Sinn von "Lust haben auf"
    z.B.: Tá fonn orm é a dhéanamh. = Ich habe Lust darauf, es zu tun. (wörtl.: "Ist Verlangen mit-mir, es zu tun.")
  7. Form von iarr
    Eigtl. bedeutet das Verb iarr "fragen", (um etwas) "bitten", "versuchen", oft aber auch einfach "wollen" .
    z.B.: Níl mé ag iarraidh éirí go fóill. = Ich will noch nicht aufstehen.
  8. Rückblickende Ausdrücke über Verpasstes werden nicht als Wunsch ausgedrückt, sondern durch Ausdrücke des Bedauerns:
    Form von is + mairg + nach / gan VN (nach hier neg. Relativpartikel, folg. Verb oft ohne Subjekt, dann mit Bezüglichkeit auf Sprecher)
    z.B.: Is mairg nach ndeachaigh mé féin anonn i dtús mo shaoil. = Ich wünschte, ich wäre am Anfang meines Lebens hinüber gegangen.
            Is mairg nár fhan sa bhaile. = Ich wünschte, ich wäre zuhause geblieben.

Daneben kann "wollen" im Sinne einer beabsichtigten Handlung auch durch die Absichtsform ausgedrückt werden.

Brauchen

"Brauchen" ist im Deutschen eigtl. kein Modalverb, hat aber oft modale Funktionen. So auch im Irischen, wo "brauchen" sich mit "wollen" überschneidet und (wie im Deutschen) "nicht brauchen" mit "nicht müssen".

  1. Form von + + ag + Subjekt* + le + Objekt
    z.B.: Tá gá aige leis an bpeann. = Er braucht den Stift. (wörtl.: "Ist Notwendigkeit bei-ihm mit dem Stift")
  2. Teastaíonn + Objekt + ó + Subjekt*
    Dies kann sowohl "wollen" wie "brauchen" bedeuten, je nach Kontext (wobei man nur das wollen sollte, was man auch wirklich braucht)
    z.B.: Teastaíonn arán uaidh. = Er will/braucht Brot. (wörtl.: "Ist gebraucht Brot von ihm")
            Tá sé ag teastáil go mór uaim. = Ich brauche es dringend.
  3. Form von + Objekt + de dhíth ar + Subjekt*
    z.B.: Tá braon fuisce de dhíth orm. = Ich will/brauche etwas Whiskey. (wörtl.: "Ist Tropfen Whiskey von Verlust auf mir")
  4. Form von + Objekt + de dhíobháil ar + Subjekt*
    z.B.: bunús a bhfuil a dhíobháil ort = das meiste von dem, was du brauchst
  5. Kopula is + + do + Subjekt* + VN/go
    Brauchen im Sinne von nötig sein, getan zu werden, ist identisch mit "müssen".
    Etwas, das nötig ist, getan zu werden, muß getan werden, was nicht nötig ist, braucht nicht getan zu werden.
    z.B.: Is gá dom é a dhéanamh. = Ich muß es tun. (wörtl.: "Ist Notwendigkeit zu-mir, es zu tun")
    Üblicherweise wird gá jedoch nur negativ im Sinne von nicht müssen/nicht brauchen verwendet: + + do + Subjekt* + VN/go
    z.B.: Ní gá duit é a dhéanamh. = Du mußt/brauchst es nicht tun. (wörtl.: "Nicht-ist Notwendigkeit zu-dir, es zu tun")
    Es wird mit Ergänzung nach ach auch im halbnegativen Sinne (du brauchst nur …, du mußt nur …) verwendet
    z.B.: Ní gá duit ach clárú. = Du mußt dich nur anmelden. / Du brauchst dich nur anzumelden.
  6. Es können auch viele andere Formen von "müssen" negiert werden, um nicht brauchen auszudrücken:
    z.B.: Níl ort / Ní chaithfidh tú / Níorbh éigean duit imeacht. = Du musst/brauchst nicht gehen.
    (Die primär negativen Ausdrücke im Sinne von "müssen" ní fólair, ní mór können jedoch nicht positiv umgewandelt werden.)
  7. Ní fhéadann + Subjekt + VN in Ulster im Sinne von nicht brauchen (diesselbe Form in Munster bedeutet nicht können)
    z.B.: Ní fhéadann tú níos mó oibre a dhéanamh. = Du brauchst nicht mehr arbeiten.
  8. + Form von + feidhm ar/do + Subjekt* + VN in Ulster im Sinne von nicht brauchen
    z.B.: Níl feidhm dom a rá go … = Ich brauche nicht zu erwähnen, daß …

Haben

Haben (im allg. Sinne)

Haben (phys./psych. Zustände, Krankheiten, Teile/Bestandteile, Namen)

Haben (Besitzen)

Der Unterschied zw. Tá … ag und Tá … ar ist ein Unterschied zwischen alienablen (veräußerbarem) und inalienablen (nicht veräußerbarem) Besitz.
D.h., was untrennbar verbunden ist (Körperteile, Bestandteile), ist "auf" einem, was weggegeben werden kann, ist "bei" einem.


Bí als Hilfsverb

Das Verb (sein) ist das häufigste Hilfsverb im Irischen.
Seine mannigfachen Verwendungen (als Voll- oder Hilfsverb) sollen daher hier zusammengefasst werden.

Zur Syntax von bí:

Das Verb bí kann nur gemeinsam mit einer prädikativen Ergänzung (Adjektiven, Adverbien, Präpositionalausdrücken oder Maßangaben) verwendet werden.
Das Verb bí gilt als ein prädikatives Verb, es bildet aber nur einen Teil des Prädikats. Ein nachfolgender Ausdruck (Präpositionalphrasen, Adjektive, Adverbien) bildet als Prädikativ gemeinsam mit bí das Satzprädikat.
Manchmal entfällt eine Form von bí, so daß nur Subjekt und Prädikativ verbleibt. Eine solche Konstruktion ist ein Small Clause.


Déan als Hilfsverb

Das Verb déan (tun, machen) tritt als Hilfsverb zusammen mit Infinitivkonstruktion anderer Verben auf. (Vergleichbar in schlechtem Deutsch ist z.B.: "Ich tue ein Haus bauen.")
Es wird in folg. Fällen verwendet:

Unter den Verwendungen von déan als Vollverb ist eine unakkusativische Verwendung im Sinne von "werden" erwähnenswert.
Es ist eine Variante des tranitiven déan … de = "etwas machen aus".[ 1 ]
z.B.: Rinne bean di. = Sie wurde zur Frau. / Sie wurde eine Frau. (wörtl.: "machte/wurde Frau von ihr")
        Rinne fíon den uisce. = Das Wasser wurde (zu) Wein. (wörtl. "machte/wurde Wein vom Wasser")



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[ 1 ]
Die irische Konstruktion von "werden" erscheint ungewohnt, da sie unterschiedlich zum deutschen "werden" und engl. "become" ist.
Im Irischen wird nichts zu etwas, sondern es wird von/aus etwas.
Zudem wird dt. "werden" (ohne zu) als nichtprädikatives Verb verwendet und verbindet Subjekt und Prädikat im Nominativ (z.B.: "Ich wurde du." "Du wurdest ich.")
Irisches déan … de hat indes nur eine Nominativ-Position, das Subjekt, und eine Präpositionalphrase, die nicht weggelassen werden kann.
Es ist also ein prädikatives Verb.
Aufgrund dieses Unterschieds und der wörtl. Bedeutung "machen" wird es oft als "unpersönlich" beschrieben oder gar als "Alternativschreibung" zur vermeintlich "gleichbedeutenden" autonomen Form Rinneadh fíon den uisce = Man machte Wein vom Wasser. angesehen.
Das ist aber falsch. Es besteht ein grammatischer und inhaltlicher Unterschied zwischen beiden:
- Rinneadh fíon den uisce. = Man machte Wein aus Wasser. ist ein (di-)transitiver Satz, nur der Handelnde ist als "man" unbestimmt.
- Rinne fíon den uisce. = Wein wurde aus Wasser. / Wasser wurde zu Wein. ist indes unakkusativisch. Das Subjekt ist fíon = Wein. Ein tatsächlich Handelnder fehlt aber gänzlich und ist nicht nur unbestimmt.
Daß irisches "werden" nicht unpersönlich ist (als Umschreibung für subjektlos), zeigt die Verwendung in der Verlaufsform, wo klar ein Subjekt des Verbs bí auftritt:
- go bhfuil múinteoir maith ag déanamh di = daß sie dabei ist, eine gute Lehrerin zu werden
Irisches "werden" gehört zur Gruppe der unakkusativischen Verben, da das Subjekt nicht der intendiert Handelnde ist, sondern ihn die Handlung lediglich betrifft.
Auch im Deutschen bilden viele Verben Paare aus transitiven und unakkusativischen Formen, wobei im letzteren Fall der eigtl. Handelnde (das Subjekt des transitiven Satzes) entfällt, das Objekt des transitivien Satzes wird zum Subjekt des unakkusativischen Satzes.
(vgl. deutsche Paare transitiv/unakkusativ bei "zerbrechen": Ich zerbrach das Glas./Das Glas zerbrach. (Niemand würde letzteres als "unpersönl." auffassen oder hätte Zweifel an der formalen Subjektfunktion von "das Glas").
Ebenso irisch bris, vgl.:
- Bhris sé an gloine. = Er zerbrach das Glas.
- Briseadh an gloine. = Man zerbrach das Glas.
- Bhris an gloine. = Das Glas zerbrach.
Und ebenso bei déan im Sinne von "werden":
- Rinne sé fíon den uisce. = Er machte Wein aus dem Wasser. (transitiv mit Personalpronomen als Handelndem)
- Rinneadh fíon den uisce. = Man machte Wein aus dem Wasser. (transitiv, autonome Form, "man" als Handelnder)
- Rinne fíon den uisce. = Das Wasser wurde zu Wein. (unakkusativisch, kein Handelnder, "Wein wurde vom Wasser", auf welch wundersame Weise dies auch immer geschah)