Caibidil a Trí: Das Verb (An Briathar)

Erklärungen zur Konjugation

Gramadach na Gaeilge

Infinitiv, Verbwurzel und Verbstamm
Zitierform des Verbs
Erste und zweite Konjugation
breiter und schlanker Stammauslaut
Lenition und Eklipse der Verben
die synthetischen und analytischen Formen
die Relativform
die abhängigen und unabhängigen Formen
die autonome Form (an saorbhriathar)
die unregelmäßigen Verben

Infinitiv, Verbwurzel und Verbstamm

Irische Verben haben keinen Infinitiv (infinideach).
Statt eines Infinitivs steht im Irischen das Verbalnomen. Unterschiede zw. Infinitiv und Verbalnomen siehe dort.

Die 2. Person Singular des Imperativs (z.B.: mol = lobe!, beannaigh = segne!) wird als Verbwurzel (fréamh briathartha) bezeichnet. Es eine regelmäßige, endungslose Grundform des Verbs.
Im Unterschied dazu ist der Verbstamm (stoc briathartha) diejenige Form, an die Konjugationsendungen gehängt werden.
Bei der  1. Konjugation sind Stamm und Wurzel zumeist identisch.
Teilweise ist jedoch Entpalatalisierung zur Stammbildung nötig: z.B.: Verben auf -áil sabháil - sabhálann. (Verbwurzel sabháil, Vrbstamm sabhál-)
Bei einsilbigen Verben auf -igh wie dóigh, léigh entfällt das -igh vor Endungen: dónn sé, léann sé. (Verbwurzel dóigh, léigh, Verbstamm dó-, lé-)
Bei der  2. Konjugation sind die Unterschiede etwas größer (jedoch überwiegend aus orthographischen Gründen).

Zitierform des Verbs

Die Zitierform ist jene Form, in der ein Wort losgelöst aus einem Satzzusammenhang genannt wird, insbesondere als Stichwort (Lemma) in Wörterbüchern oder Grammatikbüchern.
Im Deutschen wird ein Verb gewöhnlich im Infinitiv zitiert, z.B.: loben, segnen, bauen.
Das Irische kennt indes keinen Infinitiv, das Verbalnomen kann aufgrund seiner Unregelmäßigkeit nicht generell als Zitierform verwendet werden, da es oft keinen Rückschluß auf Verbformen zuläßt.
Anstelle dessen werden für das Irische regelmäßige Verbformen als Zitierform verwendet, aus deren Gestalt leicht auf die Konjugation des Verbs geschlossen werden kann.
Dies ist in erster Linie die Verbwurzel (2. Person Singular Imperativ), die überwiegend als Zitierform verwendet wird, z.B.: mol = lobe!, beannaigh = segne!, so auch in den meisten Wörterbüchern und diesen Grammatikseiten.
(Dies gilt auch für unregelmäßige Verben, selbst dann, wenn die Imperativform von den meisten anderen Verbformen abweicht, z.B. tar (kommen), bí (sein). Es ist bei diesen Verben jedoch ohnehin nötig, die weiteren Formen zu beschreiben.)
In manchen Wörterbüchern wird als Zitierform auch die 1. Person Singular Präsens bevorzugt, z.B.: molaim = ich lobe, beannaím = ich segne
Das Verbalnomen tritt nur bei Wortgruppen als Zitierform auf, z.B.: teach a thógáil = ein Haus bauen

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1. und 2. Konjugation

Es gibt 2 Typen der Konjugation, die 1. und 2. Konjugation (auch Typ I und II genannt)

Der einzig wirkliche Unterschied zwischen beiden Konjugationen sind die Futur-Marker -f- (1. Konj.) bzw.  -ó- (2. Konj.), welche zur Bildung des Futurs (und Konditionals) notwendig sind, z.B.:
1. Konjugation: molfaidh sé = er wird loben
2. Konjugation: beannóidh sé = er wird segnen

Die anderen Unterschiede zwischen beiden sind durch orthographische Regeln erklärbar:
Wichtig ist hierbei die "Endung" -igh der Verbwurzel der 2. Konjugation, die versteckt auch im Verbstamm auftaucht
(Im Prinzip auch im Futur/Konditional siehe: [ 1 ]) :
-igh zusammen mit (z.B.) der analytischen Verbendung -ann ( eigtl. 1. Konjugation) ergibt -igheann.
In alter Orthographie wurde auch -igheann geschrieben.
In neuer, reformierter Orthographie ist dies indes komplizierter:

-igh + -ann = -igheann, statt -ighe- schreibt man -í-, statt -ía- schreibt man -ío-, also -íonn

D.h. die Endung -igh ist im -í- von -íonn "wiederzufinden".
Am Beispiel:

beannaigh + ann = beannaigheann wird zu  beannaíonn = beann + íonn

Verben der 2. Konjugation auf -il, -in, -ir, -is wie imir haben eine -igh-"Endung"  nur im Verbstamm, nicht jedoch in der Verbwurzel (imir = spiele!):
imríonn könnte (nach alter Rechtschreibung) auch "imrigheann" geschrieben werden, der heutige Verbstamm von imir ist also eigtl. nicht imr- sondern imrigh-
Ihre Zugehörigkeit zur 2. Konjugation verdanken sie einer allmählichen Angleichung durch Übernahme von auf -igh basierenden Formen, zunächst durch Übernahme der Futurform (siehe Fußnote [ 1 ])

Verben der 1. Kojugation auf -igh
Auch in der 1. Konjugation kann die Wurzelendung -igh auftreten. Jedoch tritt bei diesen der Futurmarker -f- auf. Somit gehören sie eindeutig zur 1. Konjugation. Sie sind stets einsilbig (mit Vorsilben bzw. in Zusammensetzungen auch mehrsilbig). Hierbei ist zwischen Verben mit langem Vokal und solchen mit kurzen Vokal zu unterscheiden.
Verben auf langen Vokal (z.B. dóigh, léigh) streichen in der Stammbildung (und den Konjugationsformen) das -igh (z.B. dónn sé = er brennt)
Verben auf kurzen Vokal (z.B. nigh, suigh) streichen das -igh nicht. Sie verhalten sich (aus orthographischen Gründen) fast wie ein Verb der 2. Konj. (nigheann > níonn sé = er wäscht).
Vor dem -f- steht ein langes í (i mit Akzent: nighfidh > nífidh sé = er wird waschen)
Einige dieser Verben endeten der alten Rechtschreibung zu Folge auf -idh, erst in reformierter Schreibweise zu -igh geändert. (z.B.: suidh > suigh = sitzen, suidheann > suíonn sé = er setzt sich)

Zusammenfassung an Beispielen:

Konjugationstyp Verbwurzel Verbstamm Verb im Präsens Futur-Marker Verb im Futur
1. Konjugation, endungslos mol mol- molann -f- molfaidh
1. Konj. auf -igh (-áigh, -óigh, -úigh) dóigh dó- dónn -f- faidh
1. Konj. auf -igh (-éigh) léigh lé- léann -f- léifidh
1. Konj. auf -ígh (-ígh) maígh maí- maíonn -f- maífidh
1. Konj. auf -igh (-igh, -uigh) nigh n(igh)- níonn -f- fidh
1. Konj. auf -áil sabháil sabhál- sabhálann -f- sabhálfaidh
2. Konj. auf -igh beannaigh beann(aigh)- beannaíonn -ó- beannóidh
2. Konj. auf -ir,-il, -in imir imr(igh)- imríonn -ó- imreoidh
2. Konj. auf -im, -ing u.a. tarraing tarraing(igh)- tarraingíonn -ó- tarringeoidh

Der Wechsel von eo statt ó bei imreoidh geschieht aus orthographischen Gründen.
Zur Aussprache des Futurmarkers -f- siehe hier

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breiter und schlanker Stammauslaut

Die Unterschiede zwischen Verben mit breitem und schlankem Stammauslaut sind rein orthographischer Natur, der Regel entsprechend, daß breite Konsonanten nur von breiten (dunklen) Vokalen umgeben sein dürfen bzw. schlanke (helle) Vokale von schlanken Mitlauten.

Die Aussprache vokalisch beginnender Endungen ist gleich:
z.B.: breit: glanaim [-əm′], schlank: tuigim [-əm′]
z.B.: breit glanann [-ən], schlank: tuigeann [-ən]

Bei konsonantisch beginnenden Endungen (Konsonanten -t- und -f-) ist der Konsonant entweder breit oder schlank *):
z.B.: breit: glantar [-tər], schlank: tuigtear [-t′ər]
z.B.: breit: glan [-fɑː], schlank: tuigfeá [-f′ɑː]

*) In manchen Dialekten (z.B. Dingle) neigen Endungen mit konsonantischen Beginn dazu, gewöhnlich stets breit zu sein: -tar, -tá, -taí, -far, -fá, -faí.
Dies auch dann, wenn sie nach schlankem Stammauslaut stehen. Umgekehrt führen sie manchmal dazu, auch den Endkonsonanten des Stammes breit zu machen.
z.B. cuirtear wird statt [kir′t′ər] dort [kir′tər] oder [kirtər] ausgesprochen.
Gegenteilig sind im Dialekt von Muskerry - tí, -fí häufig schlank, auch nach breitem Stammauslaut, z.B.: moltaí [molt′íː]

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Lenition und Eklipse der Verben

Verben werden im Präteritum, Imperfekt und Konditional wenn mit konsonantischem Beginn leniert.
Vor dem Verb stand hier einst die Vergangenheits-Verbalpartikel do, die Lenition verlangt.
Im Standard (und den meisten Dialekten außer Munster) entfällt die Partikel do, die Lenition jedoch bleibt bestehen.
z.B.: thuig mé < do thuig mé = ich verstand
Rest dieser Partikel im Standard ist das d’ ("d’-Vorsatz") vor Verben mit vokalischem Beginn (einschließl. fh + Vokal) in den oben genannten Zeitformen.
z.B.: d’ól mé = ich trank, d’fhoghlaim mé = ich lernte

Nach anderen Verbalpartikeln/Konjunktionen wird auch in diesen Zeitformen je nachdem entweder leniert oder ekliptiert. Das d’  entfällt dann natürlich. z.B. ar ól tú? = trankst du?
Ausnahme ist die direkte Verbalpartikel a, die zusätzlich zum d’ steht: z.B. a d’ól mé = die ich trank, ebenso die Konjunktion má z.B.: má d’ól mé = wenn ich trank.

Die autonome Form im Präteritum wird jedoch nie leniert. (Sollte hier do stehen, dann das Verb mit h-Vorsatz: do hóladh = man trank, in manchen Dialekten steht h-Vorsatz auch ohne do)
Früher generell und noch heute in manchen Dialekten wird die autonome Form auch in anderen Zeitformen (oft mit Ausnahme des Konditionals) nie leniert. Im Standard ist jedoch Lenition nach lenierenden Partikeln die Regel.

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Synthetische und analytische Formen (foirmeacha táite agus scartha)

Prinzipiell muß man zwischen synthetischen und analytischen Formen der Konjugationsendungen unterscheiden.

Synthetische Form (foirm tháite): "Synthese" aus Verb und Personalpronomen in einem Wort (táite heißt verbunden.)

Analytische Form (foirm scartha): "allgemeine" Form, unabhängig von der Person (scartha heißt getrennt)
*: In einigen Situationen steht kein Subjekt, siehe Subjektlosigkeit, so insbes. in der Antwortellipse, z.B. in Kurzantworten (An dtuigeann sibh? - Tuigeann = Versteht ihr? - Ja.)

Es werden in manchen Dialekten (bes. in Munster) häufig synthetische Formen verwendet (siehe "traditionelle Konjugation")
In nördl. Dialekten sind hingegen häufiger analytische Formen in Gebrauch.
Synthetische Formen sind dort oft in der Funktion auf Echoformen in der Antwortellipse beschränkt.

Die Standard-Konjugation besteht sowohl aus analytischen als auch aus synthetischen Formen.
Die auf den Seiten 1. Konjugation und 2. Konjugation dargestellten Formen sind die Standardformen.

In der ursprünglichen Standard-Version waren nur wenige synthetische Formen erwähnt, galten dann aber obligatorisch (z.B. tuigimid = wir verstehen), obwohl in vielen Dialekten dort auch analytische Formen verwendet wurden (tuigeann muid = wir verstehen)
Anderseits galten manche analytische Formen auch dann als obligatorisch, obwohl in den Dialekten noch synthetische Formen verwendet wurden (z.B. thuigeas = ich verstand, tuigfead = ich werde verstehen).

In der aktuellen Neuformulierung des offiziellen Standards wurde dem regional stark schwankenden Gebrauch Rechnung getragen.
In vielen Fällen sind jetzt wahlweise analytische oder synthetische Formen möglich.
Hierzu wurden einige synthetische Formen wieder in den Standard aufgenommen. Sie orientieren sich an den historischen Formen (in den Dialekten hingegen variierende Formen möglich)
- 1. und 2. Person Singular Präteritum: thuigeas = ich verstand, thuigis = du verstandest
- 2. und 3. Person Plural Präteritum: thuigeabhair = ihr verstandet, thuigeadar = sie verstanden (-abhair als Ausnahme abweichend vom histor. -abhar)
- 1. Person Singular Futur: tuigfead = ich werde verstehen
Andererseits stehen einige bisher als obligatorisch geltende synthetische Formen jetzt wahlweise neben (nun auch möglichen) synthetischen Formen:
- außer im Imperativ alle synthet. Formen der 1. Person Plural, z.B. tuigimid = tuigeann muid = wir verstehen; thuigeamar = thuig muid = wir verstanden
- 3. Person Plural Konditional und Imperfekt: thuigfidís = thuigfeadh siad = sie würden verstehen; thuigidís = thuigeadh siad = sie verstanden
Einige synthetische Formen gelten weiterhin als obligatorisch:
- 1. Person Singular Präsens: tuigim = ich verstehe (Ausnahme: tá mé = ich bin im Standard und den Dialekten optional zu táim)
- 1. und 2. Person Singular Konditional und Imperfekt, z.B.: thuigfinn = ich würde verstehen; thuigfeá = du würdest verstehen
- alle synthetischen Imperativformen, z.B. tuigim = laß mich verstehen!; tuig = versteh!; tuigimis = laßt uns verstehen!; tuigigí = versteht!
Einige in den Dialekten (stets oder nur als Echoformen) verwendete synthetische Formen sind weiterhin jedoch nicht im Standard vertreten, insbes.:
- 2. Person Singular Präsens und Futur: tuigir = du verstehst, tuigfir = du wirst verstehen
- 3. Person Plural Präsens und Futur: tuigid = sie verstehen; tuigfid = sie werden verstehen (Ausnahme: táid = sie sind ist im Standard optional, sogar die Variante tádar = sie sind)

Auch in der Dichtkunst wird gern auf synthetische Verbformen zurückgegriffen, wenn es Reim und Versmaß erfordert.

Die Synthetischen Formen (Übersicht)

(in der Tabelle rot obligatorische Standard-Formen, in purpur optionale Standard-Formen wahlweise zur synthetischen Form, schwarz Nichtstandard-Formen)

1. Konjugation

  Indikativ Konditional Imperativ Konjunktiv
  Präsens Präteritum Imperfekt Futur Präsens Präteritum
ich -(a)im -(e)as -(e)ainn -f(e)ad -f(a)inn -(a)im -(e)ad -(a)inn
du -(a)ir -(a)is -t(e)á -f(a)ir -f(e)á - -(a)ir -t(e)á
wir -(a)imid -(e)amar -(a)imis -f(a)imid -f(a)imis -(a)imis -(a)imid -(a)imis
ihr - -(e)abhair - - - -(a)igí - -
sie -(a)id -(e)adar -(a)idís -f(a)id -f(a)idís -(a)idís -(a)id -(a)idís

2. Konjugation

  Indikativ Konditional Imperativ Konjunktiv
  Präsens Präteritum Imperfekt Futur Präsens Präteritum
ich -(a)ím -(a)íos -(a)ínn -ód/-eod -óinn/-eoinn -(a)ím -(a)íod -(a)ínn
du -(a)ír -(a)ís -(a)íteá -óir/-eoir -ófá/-eofá -(a)igh -(a)ír -(a)íteá
wir -(a)ímid -(a)íomar -(a)ímis -óimid/-eoimid -óimis/-eoimis -(a)ímis -(a)ímid -(a)ímis
ihr - -(a)íobhair - - - -(a)ígí - -
sie -(a)íd -(a)íodar -(a)ídís -óid/-eoid -óidís/-eoidís -(a)ídís -(a)íd -(a)ídís

Die Analytischen Formen (Übersicht)

1. Konjugation

  Indikativ Konditional Imperativ Konjunktiv
  Präsens Präsens
dir.rel.
Präteritum Imperfekt Futur Futur 
dir.rel.
Präsens Präteritum
(er) -(e)ann -(e)as - -(e)adh -f(a)idh -f(e)as -f(e)adh -(e)adh -a/-e -(e)adh

2. Konjugation

  Indikativ Konditional Imperativ Konjunktiv
  Präsens Präsens
dir.rel.
Präteritum Imperfekt Futur Futur 
dir.rel.
Präsens Präteritum
(er) -(a)íonn -(a)íos -(a)igh -(a)íodh -óidh/-eoidh -ós/-eos -ódh/-eodh -(a)íodh -(a)í -(a)íodh

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Die Relativform (an fhoirm choibhneasta)

Relativformen sind analytische Verbendungen in den Zeitformen Präsens, habituelles Präsens und Futur in positiven, direkten Relativsätzen. Gemeinsam ist ihnen die s-Endung (-as/-eas bzw. -fas/-feas)

   Präsens   Futur 
 Standard   Conamara   Standard   Ulster 
1. Konjug. breiter Auslaut -as -anns -fas -fas
schlanker Auslaut -eas -eanns -feas -feas
2. Konjug. breiter Auslaut -aíos -aíonns -ós -óchas
schlanker Auslaut -íos -íonns -eos -eochas

Im Präsens gilt die Form -as/-eas als traditionelle Standard-Form, die auch noch immer dort verwendet werden, wo keine spezifische Dialektform auftritt.
In Conamara verschmolz die Endung -as/-eas mit -ann/-eann zu -anns/-eanns.
In Ulster (und Mayo) werden im Präsens sowohl die Formen mit -as/-eas als auch mit -anns/-eanns verwendet.

In den Dialekten von Connacht und Ulster ist die Relativform weitverbreitet.
In Munster werden indes keine Relativformen verwendet. Sie werden durch normale Präsens-/Futur-Verbformen ersetzt.
Im aktuellen offiziellen Standard ist die Relativform optional. (In der älteren Fassung des Standards war sie nicht vorgesehen.)
Es gibt eine Ausnahme, in der ihre Benutzung im offiz. Standard vorgeschrieben ist. Dies ist das Verb "lean = folgen" im Präsens (a leanas), z.B.: an t-alt a leanas = der Artikel, der folgt.
Weiter treten auch im Standard stets die Form atá des Verbs bí und die Relativformen der Kopula auf.

Eingesetzt werden sie:

Auch wenn die Relativform nicht verwendet wird oder nicht verwendet werden kann, so wird doch stets die 3. Pers. Singular des Verbs verwendet (auch in anderen Zeitformen), wenn das Bezugswort Subjekt des Relativsatzes ist (wie im Deutschen).
  Is mise a scríobhann litir. = Ich bin’s, der einen Brief schreibt. (nicht: *is mise a scríobhaim ...! Beachte: auch nicht *Is mise a scríobhas/scríobhanns)
  Is é an fear a scríobhas/scríobhanns/scríobhann litir. = Der Mann ist’s, der einen Brief schreibt.
  Is tusa a scríobhadh litir. = Du bist’s, der gewöhnlich einen Brief schrieb.
  Is sinne a scríobhfaidh litir. = Wir sind’s, die einen Brief schreiben werden.
  Is iad a scríobhfas/scríobhfaidh litir. = Sie sind’s, die einen Brief schreiben werden.

Andere (synthetische) Verbendungen können nur auftreten, wenn das Bezugswort Objekt ist.
  an litir a scríobhaim = der Brief, den ich schreibe,
  an litir a scríobhaimid = der Brief, den wir schreiben,
  an litir a scríobhthá = der Brief, den du gewöhnlich schriebst,
  an litir a scríobhfaimid = der Brief, den wir schreiben werden, etc.
)

Unabh. von oben genannten Einschränkungen treten folgende Relativformen stets in direkten Relativsätzen auf:
Die Relativform im Präsens des unregelmäßigen Verbs = sein ist atá.
Ähnlich auch die alte Schreibung adeir, adúirt (heute a deir, a dúirt geschrieben) der Relativform des Verbs abair = sagen.
Die Relativform der Kopula ist is im Präsens bzw. ba (vor Konsonant), ab (vor Vokal und fh) im Präteritum

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die abhängigen und unabhängigen Formen (na foirmeacha spléacha agus neamhspléacha)

Traditionell werden bei irischen Verben abhängige und unabhängige Formen unterschieden, je nach Umgebung, in der es auftritt. Heute sind (zumindest bei regelmäßigen Verben) die Unterschiede weitgehend verschwunden, bei einigen unregelmäßigen Verben bestehen zwischen beiden Formen jedoch noch deutliche Unterschiede.

die abhängigen Formen (na foirmeacha spleácha)
Abhängige Formen treten nach folgenden Verbalpartikeln bzw. Konjunktionen auf:
an, ní, nach, ná, go, a [indir. Relativpartikel], sula, mura, ach a, dá, cá
Alle diese Partikel lösen Eklipse aus, mit Ausnahme von (Lenition) und (weder Lenition noch Eklipse).
Im Präteritum treten Formen dieser Partikel mit -r auf (ar, níor, nár, gur, ar, sular, murar, ach ar, cár), die stets Lenition auslösen.

die unabhängigen / absoluten Formen (na foirmeacha neamhspleácha)
Absolute Formen des Verbs werden in allen anderen Fällen benutzt,
also auch nach der Verbalpartikel a [dir. Relativpartikel] und der Konjunktion (auch nach der Konjunktion mar = weil, óir = weil u.a.)

Lediglich bei 5 der unregelmäßigen Verben unterscheiden sich abhängige Formen von absoluten Formen in einigen Zeitformen deutlich (z.B. das Verb bí: bhí mé = ich war, ní raibh mé = ich war nicht)
Bei regelmäßigen Verben gibt es hingegen keine Unterschiede mehr in der Verbform, lediglich die Relativform tritt nur als unabhängige Verbform auf, die Verbalpartikel do tritt nur bei den unabhängigen Formen auf (im Präteritum, Imperfekt und Konditional; und dort meist nur vor Vokal als d’)

Beispiele (regelmäßiges Verb ól = trinken, unregelmäßiges Verb bí = sein):

absolutabhängig
ólaim = ich trinke
an fuisce a óla(nn)s an fear = der Whiskey, den der Mann trinkt  
d’ól mé = ich trank
an fuisce a d’ól an fear = der Whiskey, den der Mann trank
má d’ól mé = wenn ich trank
ólaim = ich trinke nicht
an teach a n-ólann sé ann = das Haus, in dem er trinkt
níor ól mé = ich trank nicht
an teach ar ól sé ann = das Haus, in dem er trank
n-ólfainn = wenn ich trinken würde
  
tá sé ann = er ist da
an fear atá ann = der Mann, der da ist  
(do) bhí sé ann = er war da
an fear a bhí ann = der Mann, der da war
bhí sé ann = wenn er da war
l (< fhuil) sé ann = er ist nicht da
an teach a bhfuil sé ann = das Haus, in dem er ist
raibh sé ann = er war nicht da
an teach a raibh sé ann = das Haus, in dem er war
mbeadh sé ann = wenn er da wäre

Im Klassischen Irisch unterschieden sich auch bei regelmäßigen Verben abhängige und unabhängige Formen.
So wurde im Präsens in der 3. Person unabhängig die Endung -(a)idh verwendet (dir. relativ -(e)as), als abhängige Form hingegen eine endungslose Form oder (das heute verallgemeinerte) -(e)ann.

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Die autonome Form (an saorbhriathar)

Synonym: impersonale Form, unpersönliche Form, irisch auch an briathar saor

Die autonome Form ist eine konjugierte Verbform mit einer Konjugationsendung, die sich nicht auf die 1.-3. Person bezieht, sondern auf eine unbestimmte Person.
Vergleichbar ist sie der "4. Person" im Finnischen oder deutschen Verbformen mit dem Pronomen "man" als Subjekt.

Diese Form ist typisch für alle inselkeltischen Sprachen.
Bezüglich der handelnden Person ist sie völlig unbestimmt ("autonom" bzw. saor = "frei")
Ein Handelnder ist aus Sicht des Sprechers entweder unbekannt, unwichtig oder soll bewußt (noch) nicht genannt werden, oft auch im Sinne einer Verallgemeinerung.
Die autonome Form kann sich auf Handelnde im Singular oder Plural beziehen. Anders als deutsches "man" beschränkt sie sich nicht auf Menschen oder Lebewesen als mögliche Handelnde.

Die Form wird gelegtl. auch verwendet, wenn der Handelnde offensichtlich ist und darum nicht genannt werden braucht, aber auch wenn man selbst oder der Zuhörer offensichtlich der Handelnde ist, kann die autonome Form Verwendung finden,
z.B.: Táthar go maith. = Es geht (mir/uns) gut. (wörtl. "Man-ist wohl"; ähnl. im Deutschen: "Man kann nicht klagen", gemeint ist: "Ich kann nicht klagen")

Zum Teil ist aber auch ein Handelnder nicht nur ungenannt, sondern unwahrscheinlich oder völlig unmöglich, und die autonome Form bezieht sich auf zufällige oder schicksalhafte Ereignisse,
z.B.: Baineadh tuisle as. = Er stolperte. (wörtl. "Zog-man Stolpern aus-ihm")
        Báitheadh anuraidh é. = Er ertrank letztes Jahr. (wörtl. "Ertränkte-man letztes-Jahr ihn" - Ein Verbrechen ist hier nicht gemeint, eher ein Unfall.)

Übersetzung

Ins Deutsche übersetzt man die autonome Form am besten entweder:
    - mit dem unpersönlichen Pronomen "man",
       z.B.: Tuigtear é. = Man versteht ihn.
    - (weniger gut) mit einer Passivkonstruktion,
       z.B.: Tuigtear é. = Er wird verstanden.
    - gelegentlich, z.B. wenn die handelnde Person rasch aufgeklärt wird, ist auch eine Übersetzung als "jemand" sinnvoll,
       z.B.: Leagadh lámh ar a gualainn. Micil, a fear, a bhí taobh thiar di. = Jemand legte eine Hand auf ihre Schulter. M., ihr Mann, war hinter ihr.
    - wenn ein Handelnder nicht möglich ist, ist eine Aktivübersetzung sinnvoll,
       z.B.: Caitheadh den rothar é. = Er fiel vom Rad. (Er wurde vom Rad geworfen.)

Der Herkunft nach ist die autonome Form tatsächlich ein Passiv, vgl. den zu -tear urverwandten latein. Passiv auf -tur: Amatur. = Er wird geliebt..
Jedoch ist die unpersönliche Übersetzung mit "man" im heutigen Irisch sinnvoller, da es auch von intransitiven Verben gebildet wird (z.B.: tagtar = man kommt, táthar = man ist) und selbst bei transitiven Verben im selben Satz kein Handelnder festgelegt werden kann.
Eine passivische Übersetzung (z.B.: Bristear é = Es wird zerbrochen) könnte die berechtigte Frage aufwerfen "Von wem wird es zerbrochen?".
Eine Form wie: "Es wird von ihm zerbrochen" ist mit der autonomen Form (im heutigen Irisch) aber nicht üblich.[ 2 ]

Eine Betrachtung als Passiv ist auch deshalb problematisch, da Personalpronomen danach in der Objektform und nicht in der Subjektform auftreten:
z.B.: Glantar é. = Man reinigt ihn. (nicht: *Glantar sé).
Für einen echten Passiv würde man die Subjektform jedoch erwarten (vgl. dt.: Er wird gereinigt.)
Das Personalpronomen fällt, wie für Objektpronomen üblich, an das Ende des Satzes.
z.B.: Glantar anois anseo é. = Man reinigt ihn jetzt hier.

Es kann im gesamten Satz (und Folgesätzen) kein Pronomen geben, das sich auf das "Subjekt" der autonomen Form zurückbezieht, da ein Subjekt/Handelnder ja nicht vorhanden ist. [ 2b ]
D.h., es ist keine reflexive Form möglich (im Deutschen: Man reinigt sich selbst.), weil dies ein Pronomen é/í/iad féin erfordern würde, das sich auf ein Subjekt/Handelnden rückbezieht.
Das (nicht rückbezügl. und zur Person unbestimmte) reziproke Pronomen a chéile ist indes möglich,
z.B.: Glantar a chéile. = Man reinigt einander.

Deutsche Nebenbedeutungen von "man" als allgemeine Vorschrift sind mit der irischen autonomen Form nicht gemeint.
D.h., ein Satz wie: "Man tut sowas nicht!" kann nicht mit der autonomen Form wiedergegeben werden.
z.B.: Ní dhéantar é. = Man tut es nicht. (… aber es ist nicht verboten, es dennoch zu tun)
Die autonome Form kann höchstens einen allgemeinen Usus beschreiben, ohne diesen zur Vorschrift zu erheben.
z.B.: "An t-’rán" adeirtear anseo. = "An t-’rán" sagt man hier. (… und nicht an t-arán = das Brot, wie im Wörterbuch).
Im Imperativ tritt allerdings oft die autonome Form auf. Die Bedeutung als Vorschrift ergibt sich jedoch durch den Modus Imperativ, nicht durch die autonome Form. Diese drückt nur aus, dass der Befehl für jeden ungeachtet der Person gilt, der ihn hört oder liest. Auch das Verb caithfidh (müssen) kann in der autonomen Form auftreten, um die Allgemeingültigkeit der Vorschrift auszudrücken.
z.B.: Ná caitear tobac! = Nicht rauchen!
       Caithfear é a dhéanamh. = Man muß es tun.

Lenition der autonomen Form

Zeitformen

Eine autonome Formen gibt es in allen einfachen Zeitformen mit unten genannten Endungen, aber auch in zusammengesetzten Zeitformen, in welchen das Verb bí in der autonomen Form auftritt:
In der Verlaufsform ist sie recht häufig.
z.B.: Táthar ag feitheamh leat. = Man wartet auf dich. / Du wirst erwartet.
       Nach deas an scéal atáthar ag iarraidh orainn a chreidiúint? = Ist die Geschichte nicht nett, die man uns glauben machen will?
Auch im Perfekt mit tar éis/i ndiaidh oder in prospektiven Formen kommt sie vor.
z.B.: Bhíothas i ndiaidh airgead a bhailiú. = Man hatte Geld eingesammelt.
        Táthar le hoideachas na tíre seo a ghaelú ó bhun go barr. = Man hat vor, die Bildung dieses Landes zu gälisieren von der Basis bis zur Spitze.
Im Perfekt/Passiv mit dem Verbaladjektiv ist sie möglich, aber wohl eher selten. In dieser Form wird der Erleidende nicht genannt, auch der Handelnde (sofern nicht durch ag spezifiziert) bleibt ungenannt.
z.B.: Táthar bainte de. = Man ist davon entfernt worden.
        Táthar buailte. = Man ist geschlagen worden.
        Bhíothas briste aige. = Er hatte einen/etwas zerbrochen. / Man war von ihm zerbrochen worden.

Endungen der 1. Konjugation

  Indikativ Konditional Imperativ Konjunktiv
  Präsens Präteritum Imperfekt Futur Präsens Präteritum
breiter Auslaut -tar -adh -taí -far -faí -tar -tar -taí
schlanker Auslaut -tear -eadh -tí -fear -fí -tear -tear -tí

Endungen der 2. Konjugation

  Indikativ Konditional Imperativ Konjunktiv
  Präsens Präteritum Imperfekt Futur Präsens Präteritum
breiter Auslaut -aítear -aíodh -aítí -ófar -ófaí -aítear -aítear -aítí
schlanker Auslaut -ítear -íodh -ítí -eofar -eofaí -ítear -ítear -ítí

Zur Aussprache der Endung -adh/-íodh siehe Aussprache und Rechtschreibung

Die unregelmäßigen Verben feic, faigh, téigh, tar, clois, bí haben Präteritumformen auf -thas (chonacthas/facthas = man sah, fuarthas = man bekam, chuathas/deachthas = man ging, thángthas = man kam, chualathas = man hörte, bhíothas/rabhthas = man war).
Diese Formen (außer fuarthas) sind leniert und unterscheiden sich diesbezüglich nicht von den sonstigen Präteritum-Verbformen.

Idiomatische Formen

cailleadh = sterben (wörtl. "verlor-man"): Cailleadh go hóg é. = Er starb jung. (wörtl. "Verlor-man jung ihn")
Obwohl eine autonome Form des Verbs caill (verlieren), hat dieses Verb keine sonderlich impersonelle Bedeutung und entspricht faktisch dem Verb "sterben".

castar ar = treffen: Casadh cailín orm. = Ich traf ein Mädchen. (wörtl.: "Drehte-man Mädchen auf-mir")
Auch diese Wendung ist alles andere als impersonell, denn beide Seiten, die sich treffen, werden genannt. Daß ein Dritter etwas daran "dreht", ist trotz der wörtl. Übersetzung nicht gemeint. Die Verwendung von ar scheint auf ein Überbleibsel der Angabe des Handelnden aus dem älteren Irischen zu deuten.

rugadh do = gebären / ein Kind bekommen: Rugadh mac di. = Sie bekam einen Sohn. (wörtl.: "Gebar-man Sohn zu-ihr", ganz ähnl. im Deutschen: "Ein Sohn wurde ihr geboren").
Das Verb beir (tragen) bedeutet auch gebären (werfen, kalben, …), wird bei Menschen hingegen meist in der autonomen Form gebraucht (rugadh mé = ich wurde geboren).
Die davon Betroffenen (im Allgemeinen: die Eltern) werden mit do angeführt. Die Präposition do bezeichnet keinen Handelnden, also nicht unbed. die Gebärende, siehe: Rugadh mac dóibh = Ihnen (den Eltern) wurde ein Sohn geboren.

Wendungen, welche die Wahrnehmung/Vermutung betreffen, der Wahrnehmende tritt mit do auf.
Auch im Deutschen tritt bei "mir scheint", "mich dünkt", "mir träumt" kein eigtl. Subjekt auf, "mir" steht im Dativ ist somit ähnlich irischem "dom": Nicht ich tue etwas, sondern irgendetwas Unbestimmtes erzeugt einen Anschein bei mir. Somit erklärt sich auch die Verwendung der autonomen Form im Irischen, in der das eigtl. Subjekt unbestimmt ist.
feictear do (in Ulster auch títhear do) = scheinen, "mir scheint",
z.B.: Feictear dom go bhfuil sí tinn. = Mir scheint, daß sie krank ist. (wörtl. "Sieht-man zu-mir, daß ...")
        cionnas go bhfeicthear dó gur maith an rud a bheith beo, agus go bhfuil grá aige air = denn es schien ihm, daß es eine gute Sache sei, am Leben zu sein, und daß er es liebte.
samhlaítear do = sich vorstellen, scheinen
z.B.: Ní hé a mhalairt a samhlaíodh dom. = Nichts anderes hatte ich mir vorgestellt.
ceaptar do, meastar do, síltear do = erscheinen, "mich dünkt/deucht", engl. "methinks"
z.B.: Ceaptar dom go bhfuil mo bheola féin déanta de rubar mar go mbraithim tútach agam féin iad = Mir scheint, meine Lippen seien aus Gummi gemacht, denn sie fühlen sich mir taub an.
tuigtear do = geneigt sein zu glauben, schlussfolgern;
z.B.: Do tuigeadh dom gur chuala guth bheo nó mharbh, ach níor bhain san dom shiúl . = Ich glaubte eine lebende oder tote Stimme zu hören, aber das änderte nicht meinen Gang.
taibhsítear do (in Ulster aibhsítear do) = eine Vorahnung haben, erscheinen, "mir schwant"
z.B.: Haibhsíodh rud éighinteacht daoithe agus phreab a croí. = Etwas schwante ihr und ihr Herz pochte.
taibhrítear do = träumen, vorstellen, "mir träumt"
z.B.: Is minic a taibhríodh dom féin go mbínn ag titim anuas de mhullach caisleáin. = Oft träumte mir, ich würde von der Spitze der Burg fallen.

Diese Formen lassen sich auch in eine Verlaufsform bringen, dann mit einer autonomen Form von bí (oder tosaigh o.a.) + Verbalnomen:
z.B.: Táthar ag aibhsiú domh go bhfuil mí-ádh i ndán duit. = Ich ahne, dir steht ein Unglück bevor. (wörtl.: "Ist-man bei Vorahnen zu-mir, daß ist Miß-Glück in Schicksal zu-dir")
        Bhíothas ag taibhreamh na rudaí sin di. = Sie malte sich grad die Dinge aus. (wörtl.: "War-man bei Träumen der Dinge jene zu-ihr")
        Tosaíodh á thaibhreamh dom go … = Ich begann mir vorzustellen, daß …

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Die unregelmäßigen Verben (na briathra neamhrialta)

Es gibt nurmehr 11 unregelmäßige Verben.
Konjugiert werden sie wie regelmäßige Verben, jedoch:

Verb verschiedene Verbstämme bes. abhängige
Formen
keine Präteritum-
Verbalpartikel
Auton. Präteritum
auf -thas
(sein) ja ja ja ja
déan (machen) ja ja ja nein
feic (sehen) ja ja ja ja
téigh  (gehen) ja ja ja ja
faigh (bekommen) ja ja ja ja
abair (sagen) ja nein ja nein
clois/cluin (hören) ja  nein nein ja
tar (kommen) ja nein nein ja
ith (essen) ja nein nein nein
tabhair (geben) ja nein nein nein
beir (tragen) ja nein nein nein

Das ist im Standard schon alles an Unregelmäßigkeit.
In den Dialekten wird es allerdings etwas unübersichtlich, da z.T. mehr Unregelmäßigkeiten auftreten (u.a. häufigere Verwendung unterschiedl. Stämme auch in anderen Zeitformen, z.T. auch beide Stämme nebeneinander ohne Unterscheidung abh. und unabh. Formen, häufigere Verwendung von -thas bzw. dialektal -as als Endung der auton. Präteritumform, z.T. auch -adh und -(th)as nebeneinander, gar mit unterschiedl. Bedeutung, z.B. in Ulster rugas air = man fing ihn aber rugadh é = er wurde geboren). Teilweise ist auch umgekehrt mehr Regelmäßigkeit zu beobachten (Beschränkung auf weniger unterschiedl. Stämme, etc.).

Die defektiven Verben sind weniger unregelmäßig als in ihrer Konjugation auf wenige Formen eingeschränkt.



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1. Konjugation / auf -áil / auf -igh
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© Lars Braesicke 1999 / 2000

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[ 1 ] Zur Eklärung des Futur-ó der 2.Konjugation:
Prinzip: Gebildet wurde das Futur einst durch Verlängerung des Vokals der letzten Silbe zu ó. Etymologisch entspricht es dem altirischen é-Futur, bei dem in ähnlicher Weise der Vokal gelängt wurde.
Bei Verben auf -igh wurde die Endung -igh dazu erstmal entpalatalisiert zu -ach (vergl. das gegenteilige Verfahren bei der Deklination der Substantive: bealach-bealaigh) und -a- durch -ó- ersetzt: das Ergebnis war -óch, hieran folgte die Personalendung (z.B. -aidh für die 3.Pers. Sing.), also: -óchaidh   (z.B.:ceannaigh - ceannach - ceannóch - ceannóchaidh).
Diese Form wurde in der neueren Zeit verkürzt zum heutigen -óidh (z.B. ceannóchaidh > ceannóidh).
-óchaidh ist jedoch heute noch immer in Ulster verbreitet, wenn auch [o:hi] gesprochen.
Verben auf -il, -in, -ir, -is bildeten das Futur einst nicht durch -óch- (da zunächst kein -igh vorhanden war) sondern durch Verlängerung des Vokals ihrer letzen Silbe zu -ó- bzw. -eo-, also -ir zu -eor- und -in zu -eon-, etc. (z.B. imir - imeor - imeoraidh). Die Konjugation der anderem Zeitformen erfolgte ehedem wie bei Verben der 1. Konjugation (imir - imreann). Erst später wurde auch hier die Futur-Endung -óchaidh übernommen (imir - imreochaidh > imreoidh). Hieraus wurde dann sekundär die "Stammendung" -igh destilliert und parallel auch in den anderen Zeitformen benutzt (imir - imrigheann > imríonn). Daher "fehlt" diesen Verben das -igh heute nurmehr in der Verbwurzel (imir).
In alter Rechtschreibung wurde noch konsequent imreann statt imrigheann/imríonn geschrieben, obwohl die Aussprache sich auch hier bereits an igh-Verben anglich (in Ulster aber noch immer oft imreann). Die Schreibweise "*imrigheann" trat also nie auf.
Beim Verb inis (erzählen) wird in Munster z.T. noch die Futur-/Konditionalform (i)neosaidh/(i)neosadh (statt inseoidh/inseodh) verwendet.
Die Futurform des Verbs faigh (bekommen) gheobhaidh entstammt der alten Präsensform (do-)gheibh mit Änderung des Vokals zu ó (eo).
Das Verb éirigh scheint ein normales mehrsilbiges "-igh"-Verb zu sein, jedoch war es nach alter Rechtschreibung eher den Verben auf -il, -in, -ir zu vergleichen, da es wie diese Synkope aufwies (éirgheann sé, heute éiríonn sé, Futur: éireochaidh sé, heute éireoidh sé). Es ist daher offenbar ein Bindeglied beider Gruppen.
Verben der 1.Koniugation bilden das Futur nicht durch Verlängerung des Vokals der letzten Silbe (da sie zumeist nur einsilbig sind bzw. ihre 2. Silbe bereits lang ist). Hier wird ein anderes Prinzip gewählt durch Einfügung des Futurmarkers f: Endungen beginnen stets mit -f-: glan - glanfaidh. Es entspricht etymologisch dem altirischen b-Futur (wobei -b- auch im Altirischen zumeist -f- war). Es erscheint somit verwandt dem latein. Futur mit -b-: amabat = er wird lieben.

[ 2 ] Angabe des Handelnden mit der Autonomen Form:
Früher (noch im Klassischen Irisch) war mittels der Präpositionen le, ó, seltener ag die Angabe des Handelnden möglich:
z.B. Marbhadh leis é. = Er wurde von ihm getötet. (Keating, 17. Jh.). Im heutigen Irisch ist dies jedoch allgemein nicht mehr üblich: Marbhadh é. = Man tötete ihn.
Heute bezeichnet le das Instrument: Marbhadh leis é. = Man tötete ihn damit.
Gelegtl. treten aber autonome Formen mit Angabe eines Handelnden noch auf, sei es als Rest älterer Sprache, besonders förmlicher Sprache (z.B. in Gesetzestexten, dort auch als möglichst parallele Formulierung zum Englischen), meist mit ag,
z.B.: ach féadfar é a thriail ag ceachtar acu = aber er kann von jedem von ihnen vor Gericht gebracht werden (engl.: but may be tried by either of them; § 243(4) an tAcht Cosanta, Defence Act, 1954)
Aber auch in manchen Dialekten (Connemara, Cois Fharraige) tritt es gelegtl. noch auf, vornehmlich mittels ó und im Präteritum,
z.B.: Gealladh dhúinn ó na comhairleoirí … = Uns wurde von den Ratsmitgliedern versprochen …

[ 2b ] Die Aussage, daß kein auf das Subjekt rückbezügl. Pronomen auftreten könne, ist eine logische Aussage aufgrund der Subjektlosigkeit der autonomen Form und somit eine präskriptive Aussage bezüglich deren Verwendung.
Wenn ein rückbezügl. Pronomen notwendig ist, müsste prinzipiell auf eine andere unpersönliche Aussageweise als die autonome Form ausgewichen werden, z.B. eine unpersönlich verwendete 2. Person Singular oder 3. Person Plural.
Im Alltag kommt es aber dennoch zu Kontaminationen aus beiden, d.h. ein Satz beginnt mit der autonomen Form, im Weiteren tritt dann doch ein rückbezügliches Pronomen auf, dann in der 2. Person Singular,
z.B.: gabháil a thógfaí idir do dhá láimh = ein Armvoll, das man zwischen seine (wörtl. "deine") beiden Hände nehmen würde.

[ 3 ] Zur Erklärung der unregelmäßigen Verben:
Neben wenigen suppletiven Verbstämmen, also Stämmen tatsächlich unterschiedlicher Herkunft (v.a. beim Verb ), liegen den meisten unterschiedlichen Stämmen doch eine gemeinsame Etymologie zugrunde.
Dies beruht darauf, daß dies einst zusammengesetzte Verben, aus dem eigentlichen Verb und davorgesetzten Präpositionen, und somit mehrsilbig waren:
Durch unterschiedliche Betonung, entweder auf der ersten Silbe (prototonisch: die heutigen abhängigen Formen) bzw. auf der zweiten Silbe (deuterotonisch: die unabhängigen Formen) und darauf folgende Verschleifungen entstanden die heute "unterschiedlich" erscheinenden Formen.
z.B.déan = machen: unabh. Form Präsens : do-ghním (Betonung auf ghním, z.T. noch so im Gebrauch: ním), abhängige Form déanaim (Betonung auf dé als Form der Präposition do, ghním unbetont zu -naim). Die Präteritumform do rinne entstand als deuteroton. Form aus *do-ro-gni (zusätzl. zur Präsensform die Partikel ro, Betonung auf ro als 2. Silbe), die prototonische Form déarna durch Betonung derselben Urform auf der 1. Silbe do.
z.B. abair = sagen: prototonisch abair und deuterotonisch deir entstanden aus altirisch as-beir > at-beir ("herausbringen"), bei deir ging die unbetonte erste Silbe nahezu unter (das t von at- ist noch im d erhalten, früher auch adeir geschrieben). Die Präteritumform dúirt, früher adúirt geht auf adrubairt (ad + ro + beir) zurück, enthält also bereits die Partikel ro, daher keine r-Formen der Verbalpatikel nötig.
Eine weitere Unregelmäßigkeit sind unterschiedl. Futurstämme. Diese beruhen auf alten Futurbildungen:
Eine weitere altirische Methode der Futurbildung, das s-Futur, ist nur im unregelmäßigen Verb ith = essen erhalten (heute zusätzlich zum -s- auch -f- geschrieben): íosfaidh mé = ich werde essen.
Zu erwähnen ist weiter das é-Futur (einem Vorläufer des späteren ó-Futurs) und zu den Futurstämmen bei den Verben beir, deir und in manchen Dialekten tabhair führte: Hier tritt als Futurmarker ein langes é auf und der Stammauslaut wird breit, Vokalschreibung also -éa-: beir - béarfaidh, deir - déarfaidh. Ähnlich auch beim Verb "machen", in Munster ist der é-Futurstamm déan noch auf Futurzeitformen beschränkt: déanfaidh sé = er wird machen ggü. deineann sé = er macht (in anderen Dialekten und im Standard wurde der Futurstamm déan tw. in andere Zeitformen übernommen: déanann sé = er macht.). Da die so gebildeten é-Futurstämme nicht mehr als alleinige Futurbildung erkannt werden, tritt auch hier ein zusätzliches -f- als Futurmarker hinzu.

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